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Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin · 1835-12-01 · 12 (12.1835) · p. Seite 439

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Journal
Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
Volume
2 (1835)
Issue
12 (12.1835)
Date
1835-12-01
Page
Seite 439 (sequence 27)
Language
German
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439 Nackenden, speise den Hungrigen,.öffne deinHeH berBarmherzigkeit, wärme die zitternden Gliederstärke daS erschlaM Herz, und mache fröhlich das bekümmerte Gemüth des Familienvaters. Sehet, der Herr sendet sein Wort herab, und es schmilzt, läßt seine Wind« wehen, und es thaut auf; so thauet auch, ihr auf, lasset die .Eisrinde eurer Herzen schmelzen, daß auch die Noch der Dürftigenschmelze vor eurer Gabe, und vor eurer That aufchaue das Drangsal des Sorgenvollen. Und da entschul- .digt euch nicht, daß ihr daS Elend nicht kennet, denn wer es suchet, wird es bald antreffen. Und da entschuldigt euch nicht, daß ihr selbst wenig besitzt, denn von Wenigem abgeben, ist mehr als von Pielem, ist wahrhafte Wohlthat. Und erinnern kann euch die wohlbesetzte Tafel an die Brosamen des Armen, und das weiche Lager §n das Strohlager deS Dürftigen, und die warme Kleidung an die Blöße des Güterlosen. Und so wie ihr dessen euch erinnert, wirl/ einst der Herr der Barmherzigreit sich eürer erinnern, wenn euer Herz einst kalt geworden, eure Glieder starr, und die Furcht deö Gerichtes euren Seelen Frost bringt. Dieses rufet euch der Winter zuck. Dritten inS ^erz, und mag dieser Nuf nicht ungehört verhallen, sondern eine warme . Stätte finden in eurer Brust. X Der Winter endlich, bedenkt eS, weiset viertens auf das Ende des ErdenlebenS hin. Stellt er untz nicht den Gedanken des TodeS ganz dicht vor die Augen? WaS half eS dem starken Baume, tausend Blätter und tausend Früchte hervorzutreiben? Blätter und Früchte fielen ab,^und vergehen. DaS Leben stockt in der ganzen Natur. Und obschon der Sturm Diele Blätter abreißet vom Baume/ bevor sie welk geworden, die meisten harren, bis bie Hand deS Todes sie abpfiückt. Die Kindheit ist ein lächelnder Frühling, die Jugend ein glühender Sommer, und wer im Manneöalter stehet, gleichet dem reifenden Herbste. Dann kommet im Leben, wie im Jahre, der Winter, und dieser führet

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