Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 11 (11.1835)
- Date
- 1835-11-01
- Page
- Seite 387 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/7166791-7167212-8877277--0849-7167668- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
387 /dieser hoch oder llsedrig fein, feigem Vermögen, ma^ dies groß oder gering sein, begnügt er sich mit seinem ganzen Loose, mag dieschwer oder leicht sein; dann ist er glücklich,.^dann kann er alles Gltzckeö theilhasttg werden, dessen der. Mensch fähig ist. Ueberhebt er sich aber besten, erfüllt ihn di^ brennende Begier, höher und höher zu steigen./ und wie Je saias sagt, HauS an HauS/"Feld an. Feld zu reihen, will er hinaus aus seinem Kreise und auS Dnen Grenzefl, und huldigt er der Eitelkeit, zu glänzen vor seinen Nächsten: was hilft^ ihm dann sein arbeitsvolles Le> den? er verachtet, was er errungen^, was ihm seine Müh^n ertragen, ist ihm zu gering. WaS hilft ihm die Zahl seiner Lieben?^in ihrem Kreise fühlt er sich unzufrieden, unbehaglich, die Stirn voll Kalten, das Herz ohne Nast, fühlet er keinen Dank für die Gaben des Herrn,, keine Fxeude^sür den Besitz seines Lebens. Wer ist reich? De r. sich an seinem Theile freut, rufen schon unsre Weisen aus. Nicht zu zählen ist daSGlück, sondern zu empfinden. Wer ein großes Herz zu kleinem Lheile mitbringt, .wen der Dank gegen den Geber alles Guten selbst bei Geringem beseelt, wer mit dem Herzen sieht, und nicht mit^ den Augen: der ist reich, der besitzet die Fülle deS Glückes, dem mangelt nichts, der wünscht nichts, der rühmt sich der Huld seines Gottes. Wir wissen seiten, m. Fr., waS wir besitzen, meist, waS wir entbehren. Wenn Gesundheit in unfern Gliedern wohnt, wenn ein mäßiges Brod mäßiger Arbeit entfließt, o Me wissen wir so wenig/ welche irdischen^ Glücksgüter wir hieran besitzen. Der Flitter und Fkstnmer verblendet unsre Augen, daß sie nur sehen, waS außer unserm Kreise^iegt. So lasset uns lLrnen, m. Fr., den rechten Maßstab anftgen überall, lasset uns uns gewöhpen, daS höher zu schätzen, waS wir besitzen, als daS/waS Andre. Dstö lehret uns dieö Fest. Nach dem (Aegen, den -er Herr dir ertheilet — und Alles ist Segen von ihm,, was du hast — nach dem Besihthum unsrer Hand sollen wir eben und wünschen und uns freuen und uns glücklich fühlen. . ' - .