Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 7 (7.1835)
- Date
- 1835-07-01
- Page
- Seite 259 (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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25 g t- / selbst, daß HieS hier nicht von jeder einzelnen Predigt, sondern vom ganzen Gange des Redners verstanden sein soll. Die israelitische Predigt must' daher sich glicht immer" mit einer freien Entwickelung eines Bibeltextebegnügen, sondern dieselbe mit früheren Schriften unserer theologischen Literatur in Zusammenhang bringen. Dadurch vermag es^sirh an die bisherige volksthümli'che Weisheit anzuschließttr/^und ihre Schätze für sich zu gewinnen, der Kreis wird erweitert, dir Stoff vergrößert, und daS wirkliche Lebens näher herangebracht. Die^ Entwickelüng selbst muß eine geschichtliche' Färbung erhalten, weshalb die analytische Methode in der israelitischen Predigt anwendbarer ist als die synthetische. Es ist nicht genug, daß eine Einleitung einen Punkt unserer Geschichte berührt, der im eigentlichen Körper der Predigt völlig vergessen ist, sondern die allgemeinen Leh- . müssen immer wieder in dem geschichtlichen Ereignißgewiesen werden. AÜeS dieses bringt allerdings mehr Schwierigkeit herein, aber erfordert auch desto mehr Scharfsinn, und desto mehr^ Kunst, um ein organisches Ganzehervorzutreiben. Gerade dieser Scharfsinn aber ist die Volkseigenthümkichkeit der Israeliten, und muß asS/solche befriedigt werden. — Es ist eine schöne Bestimmung, eine erhabene, die deneutzrn jüdischen Predigers. Eine verstoßene Religion, welche dennoch die Mutter alles religiösen Seins Und Lebens ist, nicht allein zu Ehren zu bringen, sondern ihr Hie ihr zukommende Stelle des höchsten Pat/onats-einzuräumen und zu vindiciren. In diese Religion zugleich daS rechte Verständniß zu bringen, und in allen ihren Tiefen und Höhen daS alte verglommene Feuer wieder anzufachen. Ferner ihren Besitzer von dem unbekannten Werthe des Kleinods zu. überzeugen, und mit der Freude über den Besitz eines solchen zu durchströmen. Und diese BestichMng verkennet ihr? Und lasset euch herab zu niederer, kalter^achahmrrei? Und findet in eurer Brust keine Hellere Flamme, auf surrt Lippe kein lebendigere- Wort, als >- Entlehnung? Aber ich V 18* ' . -/