Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 6 (6.1835)
- Date
- 1835-06-01
- Page
- Seite 226 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- _o -5"' 220 / Zt. '/ Meine Gelebten! Gott geweiht soll der rutterschooße biö zum Tage seines TodeS. j— Vom Mutterchooße biszumMgeftines Todes! Welcl.e vielbedeutenden Worte! Hiezwischen lieget alle- Wohl und Weh de- Menschen, alle- Wohl und Weh-einer unsterblichen Seele. Vom Mutterschooße bizum Tage seines Tode- — vom Auhenbllcke des Erwachens bis zu dem de- Entschlummern-— wo sich aüfthut die Pforte debunten irdischen Lebens, und Mensch sein vom wG sie wieder zuschlägt, wo sich öffnet die Bahn des Segen- und des Fluche-, und wo sie endet -— wo das Rad deS wechselvollen Lebens zu rollen beginnt und wo es still steht — und in diesem ganzen Raume, einem Hauche, wenn er vorüber ist, soll der Mensch GW geweihet sein. Er soll es, aber wie wenig ist er es, und so fragen wir zweiten-: wodurch bleibt der Mensch Gott geweiht vom Mutterschooße bis züm Lage seines Tode-? — Wenn wir, andächtige Zuhörer, gesehen hahen, daß Gott den Menschen hervorgehoben aus aüfn Geschöpfen, ihn begabt mit vielen und^ . hohen Kräften/um ihn sich selbst zu weihen, so geschah dies nicht etwa^wie die Rose nur bestimmt ist/Ihren Duft und keinen giftigen^Hauch zu versenden. Der Herr ftnkte hn den Menschen zwei Triebe hinein, die seiner Weihe entgegentteten sollten, und in deren Bekämpfung die rechte Weihe errungen werde. Dies ist erstens der Trieb zu den sinnlichen Vergnügungen, der ihn ansi^nt^ den Pfad deS Geistes zu verlassen, und dem Streben des Körpers zu folgen der die Bedürfnisse deS vergänglichen Leibe- und Ihre Befriedigung zur Stufe des Glückeerhebt, der die Keuschheit, die Unschuld, die Mäßigkeit, die Genügsamkeit in den Stauh tritt, der den himmlischen Theil de- Menschen zurückdrängt, und den thierischen, erdigen hervürwendet, der von deG^ Freuden der Tugend und Reinheit keine Kunde und Ahnung hat, Und die Seele unfähig macht, sie zu genießenW Es ist zweitender Trieb zu den weltlichen Vergnügungen, der Trieb nach Ehre, zu glänzen und her-