Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Journal
- Israelitisches Predigt- und Schul-Magazin
- Volume
- 2 (1835)
- Issue
- 1 (1.1835)
- Date
- 1835-01-01
- Page
- Seite 48 (sequence 48)
- Language
- German
- Belongs to
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Mr, durch seine Kunst das Leben gerettet hatte. Er theilte diese Entdeckung dem Herzoge mit, welcher Jarchl die Bande abnehmen ließ. Mittlerwelle hatten sich die Einwohner von Prag, die die Juden bereits für verloren hielten, auf ihre Wohnungen geworfen, und ihr wilder Lärm störte die Audienz des Herzogs. Als man erfuhr waS vorging, warf sich Jarchi zu*den Füßen deS Fürsten und bat ihn um seinen Schutz für die Juden von Prast Der Herzog befahl den Tmyult zu stillen und einen Schühbrief für die jüdische Nation auszufertigM Mit dieser Urkunde versehen, kehrte Jarchi in das Viertel der Juden zurück uhd verbreitete hier allgemeine Freuds unter seinen ReligioNsgenoffen, welche ihn diesmal als einen wahren Erretter betrachteten. Der Herzog Wladiölav gewann Achtung vor dem Helehrten Israeliten, wahrscheinlich weil er einen Bischof geheilt hatte, und zog ihn mehrmals zu Rathe. Die Juden konnten seitdem die Religion ihrer Väter in Frieden üben. Der Wirth des Jqrchi hatte eine Tochter, Namens Rebekka, welche den frnnDGschen Nabbinen nicht sehen und sein Lob nicht vernehmen konnte, ohne von Liebe zu ihm erfüllt zu werden. Auch Jarchi fühlte eine lebhafte Zuneigung zu der jungen Jüdin, uyd Jochanan schützte sich glücklich, zu ihrer Ehe seinen Segen geb^n zu können. ' Jarchi bereitete sich eben mit seiner jungen Frau zur Ab- - reise nach Frankreich, als am Tage des Paschafesteein Unbekannter in Jochanan- Wohnung trat und Jarchi mit einer schneidenden Waffe einen tödtlichen Hieb versetzte. Die Juden hatten wegen dieses Verbrechens den Rath deS. Herzogs, Narzarad, im Verdacht, von welchem sie glaubten, daß er die Abwesenheit seines Herrn und de- Bischofs von Olmütz benutzt habe, um Rache wegen der Vereitelung seiner Plane zu üben. Die böhmischen Juden haben eine rührende Sage über Jarchi^). Sie erzähley, daß in dem Augenblicke, wo *) Archiv für Geschichte, Statistik, Literatur und Kunst Men 1824. Januar, Nr. 7. ' ' ' ' M 'S D 8 N 8 ß:- Ä K