Jüdische Jugend
- Journal
- Jüdische Jugend
- Volume
- 1 (1924-25) Tischri 5685
- Issue
- 6 (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 103 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Heft 6 jüdische Jugend 103 sch Hesse. Das zweite Hauptreferat hielt Walter Moses vom „Blau- Weiss", der unter anderem sagte: „Die systematische und zielbewusste Organisierung der Jugenderziehung ist eine unerlässliche Notwendigkeit, will man die Zukunft des jüdischen Volkes sichern. Die Krise in der zionistischen Bewegung sei vornehmlich auf die völlig unzulängliche Teilnahme der Jugend an der zionistischen Arbeit zurückzuführen". Nach diesen Referaten gab Oba Chasi (pal. Hasch. Hätz) einen kurzen Ueberblick über die Jugendverbände in Erez-lsrael. Ben Evrion, der Führer der paläst. Arbeiterorganisation, sprach über die Lage in Erez-lsrael. Er wies zunächst auf die großen Erwartungen hin, die man nach dem Weltkriege bezüglich des Aufbaues von Erez-lsrael hegte, wie dann der Mangel der erforderlichen materiellen, aber auch der moralischen Mittel all die großen Pläne vernichtet hätten, die man schon in Wirklichkeit umgesetzt zu sehen glaubte; und wie dies dann zur jetzigen Krisis der zionistischen Bewegung geführt habe. Nur eine Organisation war von dieser Krise nicht betroffen worden, die der jüdischen Arbeiter in Erez-lsrael, die. trotz zahlloser Schwierigkeiten unentwegt den Pfad fortschreitet, der zur Verwirklichung ihrer Hoffnungen führen muß. „Es ist eine große kämpfende Armee, sie hat ihre Front, ihre Etappe, ihre Reservekaders. Das Hauptquartier ist in Palästina, der Hystadruth Havudim"! Eine weitere sehr lebhaft eröterte Frage galt der Einführung des Schekel Haawode (Arbeitsschekel). Man beschloß von der Histadrinth die Schaffung eines solchen Schekels zu fordern, wodurch zweifellos die „Linke" in der zionistischen Organisation beteutend gestärkt werde. Ein weiterer Beschluß verlangt die Vereinigung sämtlicher Kwuzoth: die Tagung richtete schließlich auch einen Aufruf an die Jugend zwecks Unterstützung der Nationalfondsarbeit. Desgleichen wurde auch eine Protestresolution angenommen, die sich gegen die feindliche Haltung einzelner zionistischer Persönlichkeiten gegenüber den Arbeitern sowie gegen die Versuche, die kollektivistische Kolonisation durch eine hinterhältige Budgetpolitik zu sabotieren, richtet. Die Leitung des neuen Gesamtverbandes setzt sich aus 6 Mitgliedern und je einen Vertreter der Histadruth und des Hechaluz zusammen. Unter den gegebenen Verhältnissen bilden die erzielten Ergebnisse der Tagung das Maximum dessen, was erreicht werden konnte, wiewohl es nur das Minimum dessen ist, was man erreichen wollte. Alles in allem, die Danzinger Tagung hat die nötigen Bedingungen für eine konkrete Zusammenarbeit der Jugendverbände sowohl nach innen wie nach außen, geschaffen.