Jüdische Jugend
- Journal
- Jüdische Jugend
- Volume
- 1 (1924-25) Tischri 5685
- Issue
- 6 (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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102 J fi d i s c h e Jugend Heft 6 einer Vorbesprechung über die Möglichkeiten und Aufgaben eines Weltkongresses. Hoffen wir, daß sie den Erfolg hat, den sie verdient. Wir sind überzeugt, daß dadurch die Bande, welche die jüdische Jugend der einzelnen Länder bisher nur lose verknüpfen, im Interesse des bewußten Judentums stärker und fester werden. DIE DANZIGER TAGUNG Gegen Ende des heurigen Sommers fanden sich Vertreter der jüdischen Jugendverbände „Welt-hechaluz", „Haschomer ZZI Hatzair", „Techeleth Lawan", „Brith Haolim", „Menorah" (Wien) und „Blau-Weiss" in Danzig zu einer Tagung zusammen, in .deren Mittelpunkt die Einstellung der Jugend zur praktischen Arbeit, für und in Erez-Israel stand. Der allgemeinen Konferenz ging eine Sitzung aller Gruppen des „Haschomer Hatzair" voraus, die sich als Weltorganisation konstituierten. Dieser bildete mit seinen 20.000 Mitgliedern den stärksten Verband auf der Danziger Tagung. Die europäischen Verbände („Techelet Lawän?, Brith Haolim", „Menorah") erklärten im allgemeinen ihre Übereinstimmung mit den Absichten und Plänen des „Haschomer" und so schlössen sich die genannten Verbände zum Weltbund der jüdischen Jugend unter dem Namen „Brith olamit schel Hamoar haiwri" zusammen. Nur der „Blau- Weiss" nahm eine gesonderte Stellung ein, die ihn veranlasste, sich nicht der Gesamtorganisation der Jugendverbände anzuschliessen. Die Hauptprobleme, die zur Erörterung kamen, waren die Fragen der Erziehungsarbeit, der Gruppenführung und deren Einstellung zu Erez-Israel. Mit den Erziehungsfragen beschäftigte sich vornehmliche Referat von Jakob Jeary (pal. Hasch. Hätz) Dieser gab zunächst einen Überblick über die gegenwärtige Lage im Galuth, wobei er besonders auf den Niedergang und Zerfall des jüdischeil Lebens in Osteuropa hinwies. Um der fortschreitenden Assimilation wirksam entgegentreten zu können, muss man den Weg neuer Erziehungsformen gehen, wo wissenschaftliche Belehrung mit praktischer Erziehung zur Arbeit vereinigt sei. Zu diesem Zwecke müsse man Arbeitsschulen schaffen, in denen die Jugend zu produktiver Tätigkeit angeleitet werde. Eine weitere Aufgabe der in dem Gesamtverband organisierten Vereinigungen wäre die Zusammenfassung und Aktivierung sämtlicher vorhandenen Kräfte der Jugend in der zionistischen Bewegung unter der Parole: „Erez Israel owedeth". Das praktische Mittet hiezu biete der „Schekel awoda", der die Jugendverbände, den Hechalutz und die palästinensische Arbeiterorganisation im zionistischen Weltverbande zusammen-