Jüdische Jugend
- Journal
- Jüdische Jugend
- Volume
- 1 (1924-25) Tischri 5685
- Issue
- 6 (1924)
- Date
- 1924-01-01
- Page
- Seite 100 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 98% known words query
- IRI
…/7086666-7086667-7086668--11-7086677- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
100 Jüdischejugend .Heft 6 Es ist kennzeichnend für die idealistische Gesinnung des palästinensischen Arbeiters, dass er im Gegensatz, zu den Arbeitern anderer Länder (selbst Amerikas), trotz seiner sehr schlechten wirtschaftlichen Lage, die freie Immigration fordert. Zunächst muss gesagt werden, dass wir von Seiten der palästinensischen Regierung grosse Schwierigkeiten haben. Es ist bekannt, dass jeder Einwanderer, ehe er ans Land kommt, schon eine feste Beschäftigung haben muss. Wir haben unbedingt zu fordern, dass der Schlüssel zur Immigration in unseren Händen sei, nicht in denen des englischen Oberkommissärs, auch wenn er ein noch so guter Jude ist. Erreichen wir dies, so besagt das natürlich noch nicht, dass die Immigration frei ist. Denn sie hängt von der wirtschaftlichen Lage, von unserer Kraft ab. Bringen wir die Gelder anf, dann haben wir auch diese Frage, eben durch unsere ökonomische Kraft, entschieden. Halten wir uns also stets vor Augen, dass alles nur von unserer positiven Arbeit abhängt. WELTKONGRESSE DER JÜDISCHEN JUGEND D~ ie jüdische Jugendbewegung hat in diesem Jahre zwei Ereignisse aufzuweisen, die in ihren Ursachen und Wirkungen für die Zukunft unseres Volkes von nicht zu unterchätzender Bedeutung sind: Der Weltkongreß der jüdischen Studenten in Antwerpen und die Danziger Weltkonferenz zionistischer Jugendverbände, deren Tendenz die praktische Vorbereitung für Erez Israel ist. Die Jugend, obwohl gerne bereit zu diskutieren, ist doch im allgemeinen zu selbstbewußt, individualistich, um an Kongressen zusammen zu kommen. Wenn nun die jüdische Jugend unter Hintansetzung dieser Individualität sich trotzdem zu solchen Weltkongressen zusammenfindet, so geschieht dies zweifellos aus der für sie äußerst wertvollen Erkenntnis heraus, daß nur gemeinsame, einander ergänzende Arbeit im Stande ist, die gewaltigen Aufgaben zu erfüllen, die die Zukunft unseres Volkes von ihr erfordert. Daß dies der Fall ist, bewies vor allem die Danziger Tagung. Ihre Ergebnisse sind tat-