Jahresbericht
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- Jahresbericht
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 22 (sequence 33)
- Language
- German
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einen Garten von 2000 qm, Zentralheizung und Warmwasser in allen Räumen, eine Säuglingsmilchanstalt, Bade- und Waschräume und sonstige moderne hygienische Einrichtungen. Alle Zimmer liegen nach der Sonnenseite und haben Balkons für Luft- und Sonnenbäder. Das Haus ist für 120 Kinder eingerichtet, darunter 50 Säuglinge. Es wurde nach den Plänen von Herrn Regierungsbaumeister Ludwig Hirschfeld (Berlin) erbaut. Die feierliche Einweihung des Hauses fand am 14. Februar 1932 in Anwesenheit von Führern des litauischen Judentums und Vertretern der Regierung und der Presse statt. Es sei hier nochmals den Damen wärmster Dank ausgesprochen, die uns bei der Aufbringung der Hilfsgelder für das Kinderhaus erfolgreich unterstützt haben: Frau Dr. Heinrich Arnhold (Dresden); Frau Justizrat Julius Blau (Frankfurt a. M.); Frau Frieda Bloch, Frau Willy Dreyfus, Frau Erna Feder, Frau Selmar Fehr, Frau B. Grüngard (Berlin); Frau Antonie Halberstam (Leipzig); Frau Dr. Bernhard Kahn (Berlin); Frau Theodor Lauter (Duisburg); Frau Erna Michael-Sondheimer, Frau Hermine Mittwoch, Frau Hugo Neuberg (Berlin); Frau Irma Schindler (Hamburg); Frau Kommerzienrat M. A. Straus (Karlsruhe); Frau Margarete Tietz (Köln); Frau Max M. Warburg (Hamburg); Frau Alice Weil, Frau Rahel Wischnitzer (Berlin); Frau Kommerzienrat Adolf Wolf (Stuttgart). Im Hause von Herrn und Frau Dr. Halberstam in Leipzig referierten die Herren Dr. Lubinski (früherer Leiter des Kinderhauses) und Dr. Mark Wischnitzer über die Geschichte des Kinderhause9 und seine Bedeutung für die jüdische Kinderfürsorge. Dem Jüdischen Frauenverein in M e m e 1, der eine Sommerferienkolonie für bedürftige unterernährte Kinder unterhält, haben wir im Sommer 1931 eine Beihilfe gewährt. Das Städtchen Plungiany (Plunge) wurde am 31. März 1931, am Vorabend des Peßachfestes, von einem zerstörenden Brand heimgesucht. 126 Wohnhäuser und 170 Speicher brannten nieder; die große Synagoge mit vier kleineren Gebetshäusern wurde zerstört. Ungefähr 300 Familien, darunter 250 jüdische, wurden obdachlos. Gebäude, die kulturellen und philanthropischen Zwecken dienten, sind ebenfalls vernichtet worden, z. B. die Leih- und Sparkasse, das Krankenhaus, die Talmud-Thora. Das Hilfskomitee, das nach dieser Katastrophe gebildet wurde, richtete an uns einen Appell: „Ihr Hilfsverein ist uns und dem ganzen Judentum in der Diaspora seit Jahrzehnten gut bekannt, und wir wollen hoffen, daß Sie zugunsten unserer verunglückten Brüder etwas tun werden." Wir überwiesen dem Hilfskomitee 2419 M., und zwar: 2000 M. aus unseren laufenden Mitteln und 419 M. aus einer Sammlung unseres Lokalkomitees in Königsberg i. Pr. 22 \