Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 32)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/7083615-7086972--33-7084616- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Kaunas 1× ep/1000678
OCR text
ist sehr viel geleistet worden. Es wurde dafür gesorgt, daß die Schülerinnen fortwährend Arheit haben, auch wenn wir keinen materiellen Gewinn dadurch erzielten. Anfang Januar 1932 feierten wir das Jubiläum des fünfundzwanzigjährigen Bestehens unserer Schule. Jüdische Mädchenelementarschule in Jassy. Das Schuljahr 1930/31 konnte trotz der schweren Zeiten mit unveränderter Schülerinnenzahl — 300 — weitergeführt werden. 150 Mädchen entrichteten kein Schulgeld. Von den 24 Absolventinnen der Volksschule ist ein Teil in Gymnasien und Handelskurse übergegangen, der größte Teil jedoch ist bei unserm Gewerbekursus geblieben, dem das letzte, dritte, Jahr hinzugefügt wurde. Von jeder gelieferten Arbeit fließen 15 o/o des Erlöses den Schülerinnen zu. Wir bekleideten mit verarbeitetem Material 70 Kinder; in einer Volksküche wurden 80 Kinder unentgeltlich gespeist; mit größler Mühe konnten wir 30 Kindern nur einen Monat lang Aufenthalt am Strand ermöglichen. Jüdische Volksschule, Kischinew. Dank der Tätigkeit des Elternkomitees wurde die Schule eine Volksschule im wahrsten Sinne des Wortes. Das Schulgebäude muß renoviert werden; die erforderlichen Mittel hierfür sind gering, denn der größte Teil der Arbeit würde von den Eltern der Kinder, die Handwerker und Arbeiter sind, kostenlos durchgeführt werden. Die Zahl der Kinder betrug in der 1. Klasse 58, in der 2. Klasse 39, in der 3. Klasse 42 und in der 4. Klasse 24, zusammen 163. 24 Kinder beendeten die Schule, 17 gingen in die Werkstatt, 5 in professionelle technische Schulen, 2 in die Bürgerschule. Dio Notwendigkeit, eine professionelle Schule an die Volksschule anzugliedern, wird immer dringender. Hilfswerk in Litauen. Nach dem Brande, der im Januar 1930 das alte Kinderhaus in Kowno schwer beschädigt hatte, war die dortige Kinderfürsorge den größten Gefahrenausgesetzt. Man mußte die Kinder in mehreren, in verschiedenen Straßen gelegenen Häusern unterbringen, in denen es selbst an den primitivsten Einrichtungen fehlte. Nichtsdestoweniger ivurde die Arbeit im bisherigen Umfange fortgesetzt, und 14 Kinder im Alter bis zu zwei Jahren aus den verschiedensten Gegenden Litauens wurden neu aufgenommen. Die sozialmedizinische Abteilung des Kinderhauses leistete Kindern der ärmsten jüdischen Schichten in der Hauptstadt Kowno Hilfe. Im Ambulatorium für Säuglinge wurden im Jahre 1931 insgesamt 2585 Säuglinge und 909 Kinder im Alter bis zu sechs Jahren behandelt. Die Säuglingsmilchanstalt hat 26 545 Flaschen ä 200 g verabfolgt. In der Höhensonnenabteilung wurden 268 Kinder behandelt. Die Sommerkolonie des Kinderhauses war in den Monaten Juni, Juli und August in Betrieb. Es ist dies in Litauen die einzige jüdische Kolonie für Säuglinge und Kinder im vorschulpflichtigen Alter. Im Jahre 1931 wurde der Bau des neuen Kinderhauses begonnen und zu Ende geführt. Wir haben zu den Kosten 24 000 M. beigesteuert. Das Haus (s. Abbildung) steht auf dem sogenannten Grünen Berge in Kowno, hat vier Stockwerke mit 6500 cbm Raum, 2/