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Jahresbericht · 1931-01-01 · 1931 · p. Seite 23

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jahresbericht
Volume
1931
Date
1931-01-01
Page
Seite 23 (sequence 34)
Language
German
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Palästina. Der hebräischen Realschule in Haifa wurden im Oktober 1931 aus dem Dr. James Simon-Fonds 7000 M. als einmalige Subvention gewährt. Sie teilt uns über ihre Tätigkeit mit: „Wir können heute über 147 Schüler in der Vorschule und 283 in der Realschule, insgesamt 430 Schüler, berichten. Die Schulgeldeinnahmen im Jahre 1929/30 sankeil stark, es war dies nach den Augustunruhen 1929, die natürlich folgenschwer auf die Schule eingewirkt haben. Die großzügige Unterstützung, die wir durch Sie bekommen haben, hat uns in den Stand gesetzt, so wie, wir es zehn Jahre hindurch gewohnt waren, beginnend vom September 1931 wieder pünktlich Gehälter zu zahlen. Die deutschon Kurse, die wir seit einigen Jahren durchführen, finden immer mehr Anklang. Wir haben zwei Kurse in der 5. und 6. Klasse. Die Schüler sind zum Teil amerikanische Kinder, die als zweite Fremdsprache an Stelle des Arabischen Deutsch nehmen. Wenn wir auch den Plan des technischen Unterrichts in weitem Umfange vorläufig zurückstellen mußten, so haben wir doch den Gedanken der Berufserziehung, soweit es in unserer Macht lag, nicht fallen gelassen. Wir haben aus eigenen Kräften, ohne unser Budget dadurch zu belasten, Kurse zur Ausbildung von Wirtschaftsbeamten eröffnet." Für deutschen Sprachunterricht an der Hebräischen Universität in Jerusalem, dem Lehrerinnenseminar in Jerusalem und einer Mädchenmittelschule in Tel-Awiw wurden 1177 M. überwiesen. Im Hause von Herrn und Frau Berthold Israel hielt Herr Dr. Walter Fischel vom Orientalischen Institut der Hebräischen Universität in Jerusalem einen Vortrag über die Juden in Persien, Kurdistan und im Irak, Gebieten, die er auf einer Forschungsreise kennengelernt hatte. Haffkine-Stiftung. Am 22. November 1931 fand in Lausanne aus Anlaß der Setzung des Grabsteins für Professor Haffkine eine Gedenkfeier statt, der als unsere Vertreter die Herren Professor Dr. Eugen Mittwoch und Dr. Sigmund Wassermann beiwohnten. Der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Lausanne, Herr Marcel Meyer, brachte zum Ausdruck, daß die Gemeinde es immerdar als ihre Ehrenpflicht erachten werde, für die Erhaltung des Grabmals Sorge zu tragen. Gemeinderabbiner Jules Ptaschek würdigte die Persönlichkeit und das Wirken des großen Philanthropen und Gelehrten. Professor Mittwoch führte in seiner Ansprache aus, daß der Verewigte der Frage der Erziehung der jüdischen Jugend in Osteuropa lebhaftes Interesso entgegengebracht habe und zu der Überzeugung gekommen sei, daß die innere Kraft des Judentums auf der religiös-traditionellen Pflege des biblisch-talmudischen Schrifttums beruhe. Der Hilfsverein der Deutschen Juden, der seit Jahrzehnten in den Ländern Osteuropas Erfahrungen gesammelt habe, werde die ihm von Professor Haffkine übertragene ehren- und verantwortungsvolle Aufgabe getreulich erfüllen und für eine sachgemäße Verwendung der Erträgnisse aus dem Fonds Sorge tragen, den er für die Förderung der Talmudlehrstätten (Jeschiwoth) letztwillig hinterlassen habe (s. die Abbildung des Grabsteines). 23

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