Jahresbericht
- Journal
- Jahresbericht
- Volume
- 1931
- Date
- 1931-01-01
- Page
- Seite 19 (sequence 30)
- Language
- German
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nicht hoch genug einzuschätzender charitativer Bedeutung sind. Bewundernswert sind der Idealismus, die Opferfreudigkeit und der Mut zum Durchhalten seitens der Eltern, der Lehrer und der Schulkomitees. Im Ganzen wurden von uns im Jahre 1931 für Schulen in Bumänien 12 251 M. zur Verfügung gestellt, wovon im Berichtsjahre 9101 M. überwiesen wurden, während der Bestbetrag in Höhe von 3150 M. erst Anfang 1932 zur Auszahlung gelangte. Jüdische Volksuniversität in Bukarest. Die Abendkurse wurden vermehrt. Die Hörer waren zu 76 o/o Juden, 24 o/0 Nichtjuden (62 o/o Männer und 38 o/0 Frauen). Der größte Teil waren Handwerker und Handelsangestellte, aber auch Mittel- und Hochschüler waren vertreten. Die Zahl der regelmäßigen Besucher der Kurse betrug gegen 250—300, die der Teilnehmer an den Vorlesungen erreichte mehrere Tausende. Jüdische Berufsberatungsstelle in Bukarest. Wir nahmen im Jahre 1931 eine ärztliche und psychotechnische Massenprüfung aller Kinder in den letzten Klassen der jüdischen Gemeindeschulen in Bukarest vor. Von 202 Kindern litten 58 an Zahnkrankheiten, 32 an Augenkrankheiten, 57 an Nasen-, Hals- und Ohrenkrankheiten, 18 an Magenkrankheiten, 17 an Mißgestaltungen der Glieder und der Wirbelsäule, 9 waren Schwerhörige, 15 Schwindsüchtige und 3 Epileptiker. Sehr viele Kinder, meistens Mädchen, leiden an Drüsenstörungen. Fast 80 o/o der Kinder wünschen, einen Beruf zu wählen, für den ziemlich große Intelligenzleistungen unentbehrlich sind; daher wurden alle Kinder einer Intelligenzprüfung unterzogen. 105 wurden als Lehrlinge in 17 verschiedenen Handwerkszweigen untergebracht. Handwerkerschule „Giocanul" in Bukarest. Wir haben im Schuljahr 1930/31 den drei vorhandenen Werkstätten (Kunstschlosserei, Eisendreherei und Spenglerei) ein neues mechanisches Atelier hinzugefügt, das sich — dem steigenden Automobilverkehr in unserm Lande entsprechend — mit Automobilreparaturen beschäftigt. In der Bau- und Kunstschlosserei arbeiteten 66, in der Eisendreherei 14, in der Spenglerei 12 und im mechanischen Atelier 14 Schüler; zusammen 106 Schüler. Wir beherbergen unsere Schüler in vier geräumigen Schlafräumen zu je 25 Betten. Die theoretischen Kurse wurden programmmäßig von acht Lehrern abgehalten. Die 17 Absolventen betätigen sich gegenwärtig wie folgt: 3 haben eigene Werkstätten errichtet (einer hier, zwei in Bessarabien), 5 wurden mit unserer Hilfe in Fabriken untergebracht, 2 sind nach Mittweida gefahren, um ihre Studien fortzusetzen, 2 sind in Elektrizitätswerkstätten tätig, 2 arbeiten in den Werkstätten ihrer Eltern, 3 sind gegenwärtig arbeitslos. Mädchengewerbeschule „Fraternitatea Zion" in Bukarest Trotz der Krise haben wir unsere Werkstatt in Betrieb gehalten. Leider verfügen wir nicht über die nötigen Mittel zur Bezahlung unserer Schülerinnen, die seit längerer Zeit bei uns arbeiten, so daß diese in der Regel sehr armen Mädchen, nach Absolvierung der zwei Lehrjahre genötigt sind, in einer fremden Werkstatt gegen Bezahlung von 200—300 Lei (5—7 M.!) monatlich zu arbeiten. Wir benötigen eine Maschine zur Einrichtung einer Strick Warenabteilung außer der Schneiderei- und Teppichwerkstätte. Den Erlös für die Teppiche verwendet unsere Verwaltung für Bekleidung armer Kinder und zur Beschaffung von Milch, Brot und Büchern für sie; auch wird ihr Schulgeld von diesen Einkünften bezahlt. 19