Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 38. für das Schlujahr 1914-1915 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 40 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal volume
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/3122061-3122138--5990-6603583- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
40 Asafs Quellen« auch mit gewisser Zurückhaltung, ganz der syrischen Seite zu, indem er sagte? in der seltsamen, dem Asaf beigelegten Sammlung muß man vielleicht die Prototype der hebräischen Texte in der syrischen Literatur suchen« Den Anstoß zu dieser Entscheidung gab ihm Löw, der in der Einleitung (p. 25 ff.) zu seinem unübertrefflichen Buche über Aramäische Pflanzennamen (Leipzig 1881) als erster mit voller Entschiedenheit behauptet hat: ״Es unterliegt keinem Zweifel, daß wir es hier mit einer aus syrischer Quelle geflossenen Arbeit zu tun haben**. Löws Beweisführung ist die folgende : Asaf soll dem 10. oder 11. Jahrhundert angehören und es ist über jeden Zweifel erhaben, daß er den Dioskurides benützt hat; Dioskurides ist um die Mitte des 9. Jahrhunderts ins Syrische übersetzt worden, folglich kann ein hebräisches vom syrischen Dioskurides abhängiges Werk sehr wohl ins 10. oder 11. Jahrhundert gehören; daß aber Asaf nicht direkt aus einer griechischen Quelle geschöpft, sondern aus einer aramäischen, ist dadurch bewiesen, weil Asaf die wildwachsenden Pflanzen, welche im Griechischen mit dem Beiwort dcypto«^ benannt werden, stets mit dem Worte חיצוני belegt, und nur in einem aramäischen, oder arabischen Idiom konnte aypto; zu ברא werden, welches in חיצוני übersetzt wurde. Es ist ja entschieden richtig, daß man im Syrischen das griechische aypioi; nicht anders, als mit dem Worte ״draußen** ausdrücken konnte,1) aber — von dem ganz abgesehen, daß wir im vorhergehenden Abschnitt es zumindest wahrscheinlich gemacht haben, daß Asaf zwei Jahrhunderte früher gelebt hat, als der Dioskurides ins Syrische übersetzt worden war, — Asaf war ja des Syrischen mächtig und wußte genau, wie diese oder jene Pflanze von den Syrern benannt wurde, ist es da nicht natürlich, daß er bei der Registrierung der syrischen Benennung nicht anders verfährt, als es ihm gerade der allgemeine Gebrauch geboten hat? Hatte doch die genaue Angäbe der Pflanzennamen in verschiedenen Sprachen nur den einen Zweck, daß die betreffende Pflanze möglichst genau ג) Schon Hyrtl, Das Arabische und Hebräische in der Anatomie. Wien 1879, pp. W7 und 284 hat darauf hingewiesen.