Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 38. für das Schlujahr 1914-1915 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 8 (sequence 13)
- Language
- German
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8 Das Asaf-Buch. Heilkunde erneuert haben, wie sie noch heutigen Tages besteht1). Es ist unwahrscheinlich, daß die Einleitung in dieser Fassung von A. selbst seinem Werke vorangesetzt wurde; dagegen spricht hauptsächlich die Anführung seines eigenen Namens unter den Weisen, die sich um die Wiedergeburt der medizinischen Wissenschaft verdient gemacht haben. Ferner ist zu beachten, daß im Buche der Jubiläen, in der Urquelle der Legende, von der Erkenntnis des Noah, daß alle Krankheiten und körperliche Leiden nur Folgen der Sünde und von Gott gesandte Strafen sind, keine Erwähnung getan wird, aber auch mit den Anschauungen des A., der, trotz der religiösen Färbung der Ermahnung, welche er zum Schluß an seine Schüler gerichtet hat, im ganzen Werke mit minutiöser Konsequenz eine jede Krankheit ausschließlich der gestörten Harmonie der Grundelemente des menschlichen Körpers, welcher man Vorbeugen kann, zuschreibt, ist diese Anschauung durchaus nicht vereinbar. Andererseits bekundet sich Asafs Geist in der geringschätzenden Äußerung über die Heilmethode der ägyptischen Ärzte, die sich Zauberkünste bedienen, vor welchen A., wie wir es später sehen werden, seine Schüler eindringlich gewarnt hat. Einen geschichtlichen Kern von besonderer Wichtigkeit bildet in der Einleitung der Hinweis auf die rege Ubersetzertätigkeit betreffs medizinischer Schriften in Syrien, ferner auf den Regierungsantritt des Königs Artaxerxes, worunter nur Artaxerxes IV. (226 — 240), der Begründer der Sassanidendynastie und Eroberer Mesopotamiens gemeint sein kann, dessen Sohn und Nachfolger Sabur I. (240—271) die Tochter des Kaisers Aurelian zur Frau hatte, der viele griechische Gelehrte nach Mesopotamien x) Diese Einleitung, welche Jellinek im ganzen Umfange im Beth ha-Midrasch III (Leipzig 1855) unter dem Titel, Das Noah-Buch, und Krauß nur zum Teil, die zweite Hälfte im V. Bande der Monumenta Talmudica (Wien 1914), p. 42, herausgegeben• haben, enthält in ihrem ersten Teile, bis auf die Mitteilung, daß Noah die Kundgebungen des Engels Raphael aufgeschrieben hatte, eine uralte jüdische Legende, welche im zehnten Kapitel des pseudepigraphischen Buches der Jubiläen beatbeitet ist.