Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Journal
- Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule in Budapest
- Volume
- 38. für das Schlujahr 1914-1915 (1915)
- Date
- 1915-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 9)
- Language
- German
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4 Das Asaf-Buch. haben1), und das Buch, welches wir im Folgenden behandeln wollen, liefert viele unabweisbare Anhaltspunkte dafür, daß es auf Grund mündlicher Vorträge, welche in hebräischer Sprache gehalten wurden, entstanden war. Hat der Vortragende die griechischen Autoritäten aus der syrischen Überseteung gekannt, oder schöpfte er selbst aus dem Original? Das Syrische war ihm nicht fremd, er mag auch zum Studium die syrischen Übersetzungen herangezogen haben, aber die Hauptquelle bildete für ihn das griechische Original des Galen, des Hippokrates und des Dioskurides, welche er benützt hat, aber nicht in sklavischer Ubersetzertreue, sondern mit selbständiger Überprüfung und mit völlig unabhängigern Forschersinn. Diese Erkenntnis räumt unserem Asaf einen ruhmvollen Platz in der Geschichte der Medizin und somit in der allgemeinen Kulturgeschichte ein. Er ist nicht nur der älteste medizinische Schriftsteller in hebräischer Sprache, sondern auch ein selbständiger Forscher, der von den griechischen Hauptbegründern der Medizin in vielen Punkten abgewichen ist. II. Das Asaf-Buch. In vier handschriftlichen Exemplaren hat sich das medizinische Werk ״ ספר רפואותDas Buch der Heilmittel“ erhalten, als dessen Verfasser ״ אסף היהודיAsaf der Jude“ im Buche selbst angegeben wird; die Handschriften befinden sich in den Bibliotheken zu Oxford2), Paris3), Florenz4) und München5). Ein fünftes, zwar nur fragmentarisches Exemplar wollte *) Mayer, 1. c. p. 467. 2) Neubauer, Catalogue of the Hebrew Manuscripts in tbe Bodleian Library. Nr. 2138. 3) Anc. fonds hebr. 414. Neubauer; Assaph Hebraeus, p. 657, im Orient und Occident II. 4) Plut. LXXXVIII. Catalog Biscioni, p.;57. Zunz, Gesamm. Schriften I. p. 160; III. p. 185. 5) Steinschneider, Die hebräischen Handschriften der K. Hof- und Staatsbibliothek in München. Nr. 231.