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Blätter · 1917-11-01 · 10 (11.1917) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
10 (11.1917)
Date
1917-11-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 im Sommer 1914 infolge der angedcuteten Differenzen und der ans ihnen erwachsenen Bitterkeit wohl nicht ausgeschlossen gewesene Gefahr, die Agndoh möchte von Vorneherein als ein Torso, als ein durch stetige Entwicklung niemals zu hinreichender Vollständigkeit und Arbeitsfähigkeit gelangendes Gebilde in die Welt treten. Aber nicht allein der oben ausgesprochene Grundsatz selbst, sondern auch die aus seinem Geist entspringende allgemeine Stellungnähme der Agndoh nach innen und außen würde aufs segensreichste und sogar auch materiell entlastend wirken können und müssen- Ich will nicht dabei verweilen, daß innerhalb der Agndoh niemand wegen einer Abweichung der Überzeugung oder des Handelns als minderwertig angesehen und persönlich oder gehässig bekämpft werd könnte, während natürlich der sachliche Austrag jeder rnalilaukes sebebilesedelm 8ekomssim unbehindert und sogar wünschenswert wäre- Aber auch ganze ganze Gruppen, Organisationen und Partcirichtungen innerhalb der thoratreuen Judenheit könnten, innerhalb der Agndoh mit einander verbunden, einander nicht mehr leicht in unsachlicher und Feindschaft erregender Weise befehden, ganz wie dies beispielsweise innerhalb der zionistischen Organisation trotz der riesigen, bei weitem größeren Weltanschauungs- und Programmdifferenzen zur Ausnahme geworden ist. Es genügt, beispielsweise auf die Kampfmethoden und den Ton gegen Andersdenkende und andere Parteien im eigenen thoratreuen Lager hinzuweisen, wie er in den Debatten und Artikeln der polnischen ״Agudas Hoorthodoxim" und namentlich des ״Jüdischen Wortes" heute üblich ist — ohne daß ich hier auf die einschlägigen Fragen näher eingehen möchte, in denen ich ein von der offiziellen Meinung der deutschen Orthodoxie erheblich abweichenden Standpunt einnehme; sicherlich aber wären von selber Kampfmethoden und Ton in diesem Fall durchaus anders, wenn die ״Agudas Hoorthodoxim" ebenso wie erhebliche Teile ihrer Gegner der polnischen Landesorganisation der Agudas Jisroel angehörtcn und das ״Jüdische Worte" ein Agudohorgan wäre. Endlich aber würde der aus unserem Grundsatz sich ergebende Geist auch ganz von selbst uns den Weg im Verhalten zu fremden Orgairisationen und Richtungen und im Zusammenarbeiten mit i h n e n w o i s e n : So gewiß und selbstverständlich es ist, daß die Agndoh mit Organisationen, deren Programm sich in einem Gegensatz zum thoratreuen Judentum stellt, auf keine Weise und unter keinen Bedingungen - es sei denn in Ausnahmcfällen rein äußerlich Zusammenarbeiten kann; und daß sie dies auch nicht könnte mit dem thoratreuen Judentum neutral gegenüberstchcnder Organisationen auf Gebieten, wo speziell religiöse Interessen berührt werden, wie z. B. im Schul- und Erziehungswesen, — so sehr wird andererseits diese Z u s a m m e n a r b e i t mit neutraten Organisationen naturgemäß sein und die Regel bilde n m ü sse n aufGebiete n, wodiebesonderen Interessen des orthodoxen Judentums

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