Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 10 (11.1917)
- Date
- 1917-11-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
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6 Wie bei den Vereinigungen nach Möglichkeit keine, wie immer gearteten Bedenken gegen den Anschluß an unsere Organisation aufkommen möchten, mnß ein lim großen ganzen ja schon heute anerkannter) Grundsatz streng formuliert und durchgeführt werden, den ich etwa folgendermaßen fassen möchte: Mitglied der Agudas Jisroel kann jeder (erwach jene) thoratreue Jude (bezw. Jüdin) werden, ohne Rücssicht auf irgend welche sonstige Gesinnung und Betätig ring. Was unter dem Begriff ״t y o r a t r e u e r Jude" zu v e r st e h e n i st, w e r d e n >d a b e i vorläufig die einzelnen Landesorganisationen z u entscheiden habe n, mitderMaßgabe, daß nichts als außerhalb dieses Begriffs fallend erklärt werdendars, worüber nicht unterderthoratreuen Judenheit des betreffenden Landes allgemeine a b - lehnende Übereinstimmung besteht. Er st in einer späteren Zeit, wenn die Organisation sich über s ä m t l i ch e wichtigen Länder erstreckt und deren thoratreue jüdische Bevölkerung in ihrem überragenden Teil erfaßt hat, und wenn der Rabbiirische Rat der Agudoh eine Körperschaft von allgemein anerkannter Autorität dar stellt, ist der Begriff ״thoratr.euer Jude" vom Rabbinischen Rat fe st zu legen unter entsprechender Berücksichtigung der geschichtlich erklärten oder durch die Umständebedingten, halachischzulässigenEigenart der Verhältnisse in den einzelnen Ländern. Zweierlei Wichtiges wird ohne Gefährdung des thoratreuen Wesens der Agudoh durch eine so bestimmte Festlegung erreicht. Einmal würde sie im Zusammenhang mit der Bemessung der Beitragsleistung bewirken, daß im allgemeinen nicht nur jeder einz c l n c thoratreue Jude sich ohne Bedenken zum Anschluß an unsere Organisation entschließen könnte, sondern daß auch die gesetzestreucn Vereinigungen und Verbände korporativ mit all ihren Mitgliedern ohne Beeinträchtigung ihrer Ziele der Agudoh beitreten könnten, ohne ihren Mitgliedern dadurch irgend einen inneren Zwang aufzuerlegen. Es erschiene mir so, um durch praktische Beispiele die Sache in helleres Licht zu rücken, nicht nur höchst wünschenswert, sondern in absehbarer Zeit auch Wohl denkbar, daß auf dem Boden des vorher formulierten Grundsatzes etwa die deutsche ״Freie Vereinigung", die in Rußland ncugegründete orthodoxe Partei ״Tradition und Freiheit", die polnische ״Agudas Hoorthodoxim", der ״Misrachi" usw., in fernerer Zukunft hoffentlich auch z. B. die Laudesorganisation der ungarischen Orthodoxie, korporativ der Agudoh sich anschließen würden. Zweitens würde durch die Festlegung des oben