Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 8 (9.1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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die in ihres Nichts durchbohrenden Gefühle alles bewundert, was die Führer tun, und nicht einmal den Mund ausmacht, um zu fragen, ivarum sie es tun." Beides wäre schließlich auf dasselbe herausgekommen. Das erste hätte sich bald in unserer Zeit des Kampfes aller gegen alle im Wirtschaftsleben als unmöglich erwiesen, denn die schwere wirtschaftliche Lage hätte selbst gute Vorsätze des größten Teils der Jugend nicht zur Ausführung kommen lassen, es sei denn, daß man von einem Jahre oder, wenn es hoch kommt, anderthalb Jahren des Lernens auf einer Jeschibah, für deren Besuch die jungen Menschen größtentccks noch gar nicht reif sind, alles Heil erwartet hätte. Das andere aber lväre das denkbar Verkehrteste gewesen und hätte die Jugend sehr schnell denen in die Arme geführt, die nur darauf warten, die zu kapern und alt den Wagen des Abfalls zu ketten, die vom besten Willen beseelt sind, aber nicht dazu kommen dürfen, auch nur Mitarbeiten zu wollen, weil es ihnen einmal einsallen könnte, nicht blindlings alles zu bewundern und eine eigene Meinung zu haben, selbst wenn sie diese Meinung garnicht etwa durchsetzen wollen, sondern sie nur äußern, bescheiden äußern, damit sie mit Gründen widerlegt würde, ohne aber sich von vorneherein mit einem apodiktischen Verdammungsurtcil begnügen zu wollen, das es nicht einmal der Mühe für wert hält, sich zu begründen. Zuni Glück taten die Männer, die in der A.J. leitende Stellen einnahmen, beides nicht. Sie gaben der Jugend Arbeit. Aber nicht Arbeit, die ihneil etwa zugestanden hätte, sich als etwas auszuspielen, sondern sie ließen sie zuerst nur propagandistisch in ihren eigenen Streifen arbeiten, ließen sie aber außerdem das ganze Arbeitsgebiet der Agudas Jisroel kennen lernen. Und heilte können wir sagen, der Erfolg hat ihnen recht gegeben. Es mag allerdings sein, daß der eine oder andere jilnge Mann oder die eine oder andere junge Dame sich ein wenig wichtig vorkam, uild mit ihrer schwarzen Aktenmappe sich für cinelr integrierenden Bestandteil der Agudas Jisroel hielt, aber das waren doch wirklich nur seltene Ausnahmen. Vielleicht haben allerdings recht viele junge Leute in ihrer jugendlichen Begeisterung für alles Schöne davon geträumt, einstmals führende Rollen in der Welt der gesetzestrcuen Judenhcit zu spielen; wir können uns darüber nicht aufrcgen, wir können vielmehr wünschen, daß noch mehrere es gewesen wären, denn das könnte nur dazu beitragen, diese jungen Leute immer fester an die Überlieferung ltnscrer Väter zll knüpfen, und aus dem schclan lischmau wäre dann sicher bei vielen ein lischmau geworden. Wir hätten gewiß den oft beklagten Absall selbst innerhalb der besten Familien, mit dem man uns immer kommt, und an dessen so großen Umfang wir gar nicht glauben, eingeschränkt, wenn recht viele solch ehrgeizige Träume gehabt hätten. Ja, es wäre auch sicher, daß einzelne besonders begabte und tüchtige dieser Jünglinge einmal zu Männern herangcreift wären, die vielleicht nicht selbst Führer geworden wären, aber