Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 8 (9.1917)
- Date
- 1917-09-01
- Page
- Seite 5 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Schuld an denen, denen unsere Jugend als heiliges Pfand anvertraut war, und die aus allzu großer Rücksicht auf die Jugend, die nicht mit solchem Übermaß von Wissensstoff auf profanem und religiösem Gebiet belastet werden dürfe, — oder aus Bequemlichkeit, oder weil sie sich zu hoch dafür hielten, sich gatnicht darum kümmerten, daß schon das zarteste Alter der Kinder dazu benutzt werden muß und kann, es mit Wissen um den Inhalt des Thoragesetzes zu erfüllen, es zum „Lernen" hinzuführen? Lag die Schuld vielleicht an denen, die es nicht einmal für nötig erachteten, wenn sie sich schon nicht selbst in den Dienst der Belehrung der Kleinsten stellen wollten, wenigstens die dahin zielenden Bestrebungen anderer zu fördern oder ihnen doch zum mindesten Aufmerksamkeit zu schenken? Lassen wir das dahingestellt sein. Stellen wir nur eins fest, daß die Jugend in Deutschland anfing, es selbst als Mangel zu empfinden, daß sie an Thorakenntnis so sehr hiilter ihren Altersgenossen im Osten znrückstand, und daß sie schon aus ihrer ersten Tagung nach dem Mittel suchte, diese Lücken anszufüllen, und schon damals in ihrem Arbeitsplan cs betonte, daß Limmud Hatthanroh das höchste und vornehmste Ziel sein müsse, für das sie zu wirken habe. Indessen wenn man nicht früh angefangen hat zu „Lernen" — 12 oder 13 Jahre sind schon sehr spät - dann sind es in unserer Zeit besonders schon zu vielerlei Interessen, die den Heranwachsenden jungen Mann gefangen genommen haben, als daß er sich dazu bringen könnte, diesem einen Ziele allein, und wäre es auch nur für 3 bis 4 Jahre, Berechtigung zuzuerkennen. Dazu kam, daß die A.J.J.O. sich doch als der Nachwuchs der A.J. betrachtete, die selbst, aus der Not der Zeit heraus geboren, noch anderen Punkten als der Förderung des Limmud Hatthanroh und der Laumdei Hatthanroh ihre Aufmerksamkeit zuzuwcndcn hatte; und so wurde denn auf das Programm der A.J.J.O. die Einführung in alle Fragen gesetzt, die zum Progranune der A.J. überhaupt gehört. Wohlgcmerkt, nur die Einsührilng. lind nun fragen wir, was sollte die A.J.J.O. damals tun oder was sollten die Männer, die auf ihre Entwicklung Einfluß hatten, sie damals tun lassen. Sollten sic dieser Jugend, die sie nun einmal so vor sich hatten, sagen: Ihr seid, so wie ihr jetzt vor uns steht, nicht auf dem rechten Wege, ihr seid zu unwissend ausgewachsen, vielleicht nicht einmal durch eure Schuld,, also, wollt ihr einmal für den Kelal- Jisroel arbeiten, so lasset Beruf Beruf sein, widmet eure ganze Zeit dem Bestreben, das nachzuholen, was euch jetzt noch fehlt, dann werdet ihr am Ende später einmal fähig und würdig werden, an dem großen Werke des Zusammenschlusses aller Jereim und des Wirkens für den Kclal mitzuarbeiten. Oder sollte inan es ihnen recht derb sagen? „Ihr Grünschnäbel wollt an die Lösung der Ostjudenfrage herantreten - was sie natürlich gar nicht wollten — Ihr wisset und begreift ja gar nicht, was das bedeutet. Sehet bescheiden zu, was die Großen in-Israel beschließen, seid eine brave Gefolgschaft,