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Blätter · 1917-09-01 · 8 (9.1917) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
8 (9.1917)
Date
1917-09-01
Page
Seite 4 (sequence 4)
Language
German
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Was soll Agudas Iisroel Jugendorganisation? Wir fragen nicht: „Was will Agudas Iisroel Jugendorganisation?" Was sie will, ist zu erörtern nicht nötig. Ist sie doch geschaffen worden aus der Sehnsucht der Jugend heraus, auch ihrerseits beizutragen zu dem Werke, das gebieterisch die Einsetzung aller Kräfte fordert, und das die Erhaltung unserer Juden für unser Judentum zum Ziele hat! Gewiß dachte kein junger Mann, der aus dem schönen Jugendtag in Frankfurt a. M. mit voller Begeisterung redete oder zuhörtc, daß er oder daß die deutsche Jugendorganisation überhaupt die Retterin der Judcnheit oder auch nur der jüdischen Jugend Polens, Galiziens oder Ungarns werden könnte, jeder fühlte damals nur bei sich: „Die Zeit verlangt den Zusammenschluß aller demselben Ziele Zustrebenden, und auch ich mutz es znm Ausdruck bringen, daß ich zur gesetzestreuen Jugend gezählt werden will, muß durch den Anschluß a ndie Agudas Iisroel Jugendorganisation und durch Arbeiten für ihr Zustandekommen den Rücken der Genossen stärken, so weit sie gleich mir die Not der Zeit fühlen, und muß den andern, denen die Erkenntnis noch nicht aufgegangen ist, daß nur Zusammenschluß stark macht, die Augen zu öffnen versuchen". Jeder fühlte, wenn sie nur da ist, die A. I. I. O., selbst wenn sie nicht zu arbeiten versuchte, sie wäre schon ein Gewinn, eine Demonstration, die von Wert wäre. Das war das eine Gefühl, das die ganze Jugend beherrschte. Vor allem aber hatte sie auch wieder das Bewußtsein bekommen, daß sie mit ihrer modernen Bildung oder Halbbildung sich so weit von dem entfernt hatte, was das jüdische Ideal von ihr verlangte, daß sie den Wahlspruch Thauroh im derech erez nur zum Schein gerecht würde, daß Derech erez wohl ein Ziel war, dem sie zustrebte aber auf Kosten der Thauroh, während doch der wahre Sinn des Wahlspruchs ist, daß der mit Kenntnis der Thora Erfüllte von Thorawelt- und Lebensauffassung Durchdrungeile mit dem Maßstabe der Thora in der Hand an alles herantreten soll und sich so in der Welt auf jedem Gebiet des Wissens und Wirkens zu orientieren hat. Was die Schuld daran trug, daß die Jugend nicht so ist, wollen wir dahin gestellt sein lassen. Ob man vielleicht vergaß, daß der Geist des Thoragesetzes uns erst dann klar werden kann, wenn man das Materielle seines Inhalts voll und ganz beherrscht, ob man am Ende zuviel nach der Idee suchen lehrte, die dem Ganzen und dem Einzelnen zu Grunde liegt, ohne zu bedenken, daß nichts gefährlicher ist, als sich in Grübeleien und Spekulationen über Dinge zu verlieren, die man nicht zu ergründen vermag, weil man sie nicht genügend kennt? Und ob das ani Ende die Ursache des Abfalls so vieler war, von dem man so viel spricht und die aus unseren Kreisen hervorgegangen sein sollen, wie man behauptet? Oder lag die

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