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Blätter · 1917-08-01 · 7 (8.1917) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
7 (8.1917)
Date
1917-08-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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7 Grundes, mir die Bestellung am Abend holen zu dürfen. Es sei aber eine angenehme Nachricht, wurde eingcwendet, und ich antwortete, daß unser Ruhctagsgcsctz einen Unterschied zwischen angenehmen und unangenehmen Geschäften nicht kennt. Der gute alte Hofrat brachte die Mär dem Prinzen, und dieser, so erzählte mir nach Nacht der Graf, ״schwärmt" seitdem für mich. Als ich eine achttägige Krankheit durchinachte, schickte er Blumen und ließ jeden Morgen fragen, wie es mir gehe. — Wozu dies alles? Um ganz einfach an Beispielen aus dem werktätigen Leben zu zeigen, das; die unverstecktc Führung nach dem Schulchan Oruch vor aller Welt, weit entfernt ״Rischus zu machen", das sicherste Mittel ist, das Rischus zu vermindern. Aus Urlaubcrberichten und Feldbricfcn wissen wir alle, daß mancheiner selbst unserer frommen Feldgrauen (die anderen weit mehr!) unter judenfeindlichcn Hänseleien der Kameraden zu leiden hat. Doch andere zahlreiche Belege sind dafür vor- Händen, daß Haß und Spott verstummen, sobald die Kameraden unseren Feldgrauen kurze Zeit in der freigezeigtcn Ausübung seiner Mizwans gesehen und darüber nusgefragt haben. Es ist unbestreitbar wahr, daß alle Deutschen, vom höchstgestcllten bis zum ungebildetsten, unweigerlich gefesselt werden von Neligionsgesprächen, nnd daß sic vor denen Respekt bekommen, die mit offensichtlichem Verzicht auf Bequemlichkeit, Genuß und Besitz als freie und bewußte Diener ihrem Gottesbefehl gehorchen. Hierzu sei noch ein kurzes Geschichtchen aus dem bisher benutzten Erfahrungsschatz ausgekramt. Vor einigen Monaten, so plauderte heute mein Gewährsmann, fuhr ich nachts mit meiner Familie in einem Abteil, in dem ein Offizier nnd ein Landwirt saßen. Bei Morgengrauen erwachte ich, und meine Tochter flüsterte mir zu, die Rcisegenossen redeten ״so fürchterliches Rischus". Tatsächlich hörte ich nun laut von einer Gefahr sprechen, die dem Vaterlande von dem Juden drohe, den sie ״den inneren Feind", ״den Engländer im Lande" nannten. Ich wendete mein bestes Abwehrmittel an: wusch mich nnd begann gleich, in Tallis und T'fillin aus meinem Siddur zu beten. Die Mcinigen taten dasselbe. Im Augenblick, mitten im Satze, verstummten die Nachbarn; während unseres Betens äußerte keiner ein Wort, und auch nachher ward in unserer Gegenwart nicht ein antisemitischer Ton mehr laut. Wie sagt zu V. 28, 10 der Große Rabbi Elieser (N'nootzknis 36 b)? ״Alle Völker der Erde sehen — wenn du die T'fillin am Haupte trägst —, daß Gottes Name über dich genannt wird, und Respekt haben sie vor dir." תניא רבי אליעזר אומר וראו כל עמי הארץ כי שם ה׳ נקרא עליך ויראו ממך אלו תפילין שבראש,

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