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Blätter · 1917-06-01 · 5 (6.1917) · p. Seite 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
5 (6.1917)
Date
1917-06-01
Page
Seite 12 (sequence 12)
Language
German
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12 träge gehalten für die Richtlinien, i» anderen Vereinen vielleicht auch gege« sie- Jedenfalls entsprachen sie der Tendenz, der die Dorstandsmehrheit anhing. Wenn man sich nun vorstellt, daß es sich um I u g r n dveretne handelt, um Vereine, deren Mitglieder sich durchweg au» Leuten von 14—-35 Jahren rekrutieren, so kann man die Sinnlosigkeit einer solchen Neutra׳״ lität leicht ermesse». Solch junge Leute muß man zu einem bestimmten Ziel hinführen. Sie verlangen eine Stütze bei ihrem Eintritt ins Leben, irgend einen Haltepunkt, der ihnen zeigt, das ist der ־ הישרp1> der rechte, gerade Weg, an den man sich halten muß Es ist unverantwortlich, nicht urteilskrästige Jungen und Mädchen, die kaum der Schule entwachsen sind, hineinzustürzen in den Kampf der Meinungen, ihnen womöglich jugendliche Ideale zu zerstören und von! Llternhause Ueberkommenes als lächerlich vorzuführen. Diese Leute sehe» natürlich die gelehrten Herren die ihnen so Gelehrtes erzählen, als wahre Propheten an, und selbstverstündlich wird derjenige immer am meisten imponieren und den größten Erfolg haben, der ihnen dar Leben am bequemsten macht. Es steht also fest, daß diese Tendenz de» Verbandes der jüdischen Jugendvereine ein tückische» Gift für alle Jugendlichen ist, die in ihren Bann geraten, llnd in diesen geraten, oder besser gerieten bis zum Kriege leider, leider recht viele. Das hatte seinen Grund in der materiellen Leistungsfähigkeit dieser Vereine Sie konnten den Wohlfahrtsbestrebungen dienen, d h. ״für Kräftigung der jüdischen jungen Leute in körperlicher, sittlicher und geistiger Beziehung"*) sorgen und daneben noch sozial-wirtschaftlichen Zwecken sich widmen, d. h. Klubräume mit Lese- und Schreibzimmer bereitstellen, Wohnungsnachweise und Rechtsauskunftstellen einrichten, kostenlosen Unterricht gewähren und Ermäßigung für Theater, Konzerte, Vorträge und Bibliotheken verschaffen. Sie pflegten selbst׳ die Geselligkeit durch häufige größere und kleinere Festlichkeiten und Bälle. Alles Dinge, die wohl geeignet sind, junge Leute anzuziehen und zur Mitgliedschast zu bewegen Mit wohltuender Offenheit gesteht Berliner denn auch in dem angeführten Büchlein: **) ״Jüdisch sind diese Vereine durch ihre Mitglieder, durch die selbstverständliche Beobachtung der jüdischen Religionsgesetze bei allen Veranstaltungen, durch die Heiligung des Sabbats, die Feier der jüdischen Freudenfeste.* Das hört sich alles recht nett an, ist aber praktisch nie zur Durchführung gelangt. Allenthalben ist gegen *) a. a. O. Seite 31. **) a a O Seite 31.

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