Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 4 (5.1917)
- Date
- 1917-05-01
- Page
- Seite 12 (sequence 12)
- Language
- German
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Meere von Blut und Tränen sind vergossen. Sind wir auch seiner und der völligen Erlösung noch nicht würdig, vielleicht, vielleicht — so fragt Weingott, — ist es des Allmächtigen Wille, uns die Kwaud hal'wonaun wiederzuschenken, die Herrlichkeit und Majestät im Hause unseres Gottes. Die Erez Jisroel-Fragc beschäftigt gegenwärtig mitten im grimmigsten Völkerringen die ganze Menschenwelt. Der Mittelmächte Feinde planen die Ausnützung jüdischer Kräfte bei der beabsichtigten Besitzveränderung des heiligen Landes. Wir werden, davor hüte uns Gott, unsere Finger nicht zwischen Hammer und Ambos stecken. Das aber befreit uns nicht von heiliger Pflicht, all das zu tun, was in gesetzlich und loyal zulässiger Weise zu unserem Heil geschehen kann. Welten erstehen, Völker werden neugeboren, was gestern unglaublich schien, wird heute wahrscheinlich und möglich, die Periode der Unfaßbarkeiten Keiz hap'loaus ist gekommen. Wenn nun die Vorsehung uns Gunst und Neigung bei den Erdmächten gäbe, könnten sich nicht wahrhaft jüdische Hoffnungen auf die Wiedererstehung Zijauns verwirklichen, auf den Aufbau unseres Gesetzesheiligtums? Gewiß lassen wir uns die Augen nicht blenden durch das Zerrbild einer „Republik Palästina"; unsere Hoffnung harrt Elia entgegen und dem Gesalbten aus davidischcm Königshaus. Doch damit müssen wir rechnen, daß die Judenfrage ein Gegenstand von Verhandlungen im Friedenskongreß wird. Melden wir uns da nicht mit Vertretern und Forderungen aufgrund der Thora und der Mizwa, dann kommen andere und reden vorgeblich in unserem Namen. Sie werden eine jüdische Republik fordern - laßt uns die Erlaubnis heischen zum Bau des beis hamikdosch. Abseits von politischen Gelüsten, laßt uns das Recht verlangen, die Mizwaus Korb'naus zibbur und pessach zu erfüllen. — Aufgrund dieser Erwägungen stellt der Verfasser die Vorfrage: Liegt jetzt nicht die Pflicht ob, die große Sch'eelo zu klären, von der die ganze Herrlichkeit des Hauses Jisroel abhängt: wenn es gelänge, das Recht zur Errichtung des Mikdosch zu erwirken — werden wir vom Thora- Standpunkt berechtigt, verpflichtet dazu sein? Weingott ist nicht ein xbeliebiger Phantast, der einen Zeitungsartikel ohne tiefere Sachkenntnis, der Sensation wegen, vorsetzt. Er ist in der einschlägigen Literatur zu Hause, ihm sind die vorausgegangenen Bestrebungen von Hirsch Kalischer und Elia Gutmann s. A. genau bekannt, die Hilchaus beis habchiro und klei hamikdosch des Rambam und seiner Schildträger geläufig; er berührt das Kauhanim-Problem, die