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Blätter · 1917-04-01 · 3 (4.1917) · p. Seite 10

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Journal
Blätter
Volume
3 (1917)
Issue
3 (4.1917)
Date
1917-04-01
Page
Seite 10 (sequence 10)
Language
German
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10 sich mit der ungefähren Erfüllung von Geboten begnügt, um sie überhaupt halten zu können. Man hat an Foldgottesdiensten teilgenommen, welche Feldrabbiner -- wenn die Berichte zutreffen — in Formen abgehalten haben, welche von jedem guten Juden als Chillul haschem empfunden werden. Wer zugesehen hat, wie ein Feldrabbiner ani Schabbos Chanuckah morgens beim Gottesdienste Chanuckalicht entzündet hat, wer an einem Seder teilgenommcn, bei welchem requirierter Wein, also voraussichtlich Chomez aufgestellt war, wer die Megillo aus einem gedruckten Büchlein vorgelesen bekam, hat gewiß keine Festigung seiner Emunoh erfahren. Alle diese Gesinnungsgenossen bedürfen, wenn sic heimkchren, einer Stütze. Sie müssen einen Kreis finden, in dem sie all das Wiedersehen, was sie draußen vermißt haben, was ihnen verloren zu gehen drohte. Sie müssen schmerzlich erkennen, was ihnen draußen an sittlichen und religiösen Werten fohlte. So unpassend es wäre, unseren Freunden, solange sie draußen entbehren, an's religiöse Gewissen zu pochen, so unerläßlich ist cs, sie nach ihrer Heimkehr an ihre Pflichten zu mahnen, sie anzuhalten, gewissenhaft wieder an ihrer religiösen Sclbsterziehung, an ihrer innerlichen Vervollkommnung zu arbeiten. Unsere Jugendgruppen müssen sich daher ihrer Aufgabe, die zurückkehrendcn Kameraden aufzunehmen, schon jetzt bewußt sein. Sie müssen Gemeinden im Kleinen bilden, Kehillo-Leben pflegen, lernen, Geselligkeit üben, Freundschaften schließen, damit die Heimkehrenden sich wohl im alten Kreise fühlen, sich des in ihrer Abwesenheit Geschaffenen freuen, Sehnsucht nach der Erneuerung ihres religiösen Lebens empfinden, mit Befriedigung an Gottesdiensten und Schiurim wieder teilnehmen und manche wertvollen Erfahrungen, die sie draußen gemacht und die geeignet sind, in unserem Kreise verwertet zu werden, mit uns teilen. Unsere Jugendgruppcn müssen sich bewußt sein, daß sie zusammen mit jenen, die dann zurückkchren, berufen sind, künftig den Stamm unserer Gemeinden zu bilden. Wenn diese Gemeinden die alte Denkungsart treu bewahren sollen, wenn unsere Jungen das erhalten, das fortbauen wollen, was wir Alten ihnen als Erbteil unserer Ahnen hinterlassen werden, so müssen sie heute schon dafür sorgen, daß sich ihre Gesinnungsgenossen, aus dem Felde zurückkehrend, rasch wieder zu ihnen finden, daß sie sofort zur strengen Betätigung religiöser Gesinnung und Form zurück-

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