Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 3 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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…/6467833-6467833-9641082-9641085--0296-6468337- Visual Library
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And jenem Verein zukommen läßt, zu lösen sind? Diese Hingabe in tatkräftigem und opferfreudigem Handeln, wird aber nur möglich sein, wenn sie vorbereitet ist durch bechol lewowecho, wenn das Innerste unseres Herzens aufgerührt und aufgewühlt wird bei dem Gedanken, daß ein jeder von uns einen Teil der Schuld zu tragen hat, wenn im fernen Osten eine Gruppe oder auch nur ein einzelnes Glied dem thoratreuen Judentum verloren geht. . . . Übergangswirtschaft. Von Felix Feuchtwanger-München. Auf mannigfachen Gebieten trifft man schon jetzt Vorbereitungen für die Übergangswirtschaft nach dem Kriege. Auch wir müssen bei Zeiten daran denken, uns in religiöser Beziehung auf die erste Friedenszeit vorzubereiten. Denn wenn auch vielleicht das jüdische Empfinden im allgemeinen unter dem Leben im Felde nicht gelitten hat, so besteht doch die große Gefahr, daß Soldaten, die als strenge Jchudim das Elternhaus verlassen haben, sich über manche religiöse Formen, die sie draußen unter dem Drucke der Verhältnisse vernachlässigt oder aufgegeben haben, auch später hinwegsctzen. Wir können es allen jenen, welche noch nie Trepha gegessen hatten, nachempfinden, nach welch schweren inneren Kämpfen sie sich zum ersten Trepha-Bissen entschlossen haben. Wir können uns vorstellen, mit welch widerstrebenden Gefühlen unsere Gesinnungsgenossen den ersten Chillul schabbos begangen haben. Ist aber die erste Scheu überwunden, und wird das Verbotene zur Gewohnheit, wenn auch unter entschuldbaren oder befreienden Verhältnissen, so besteht Gefahr, daß auch für das ganze Leben mit den einst so lieb gewesenen Formen gebrochen ist. Noch gefährlicher als der Bruch, vor dem hoffentlich die meisten durch ihre Anhänglichkeit an den Glauben, durch Jugenderinnerungen und Familienrücksichten bewahrt werden, ist die laue Erfüllung religiöser Pflichten. Man hat im Felde oft, um überhaupt Schema sagen zu können, zur Unzeit gebetet und Tephillin gelegt. Man hat