Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 3 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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•> I. Gilt mächtiges Programm für die Erziehung der Jugend im Sinne des obengesagten wurde in den Chanukatagen 1913 auf dem I. Agudas Jisroel Jugendtage in Frankfurt am Main geschaffen. Wir waren damals begeistert darob, daß es gelungen war, erstmalig die gesetzestreue Jugend zu einer Aussprache zu Vereinen. — Vieles wurde in diesen unvergeßlichen Tagen beschlossen, jedoch leider nur wenig ausgeführt. Woran lag das? Drei Gründe dürften hierfür angeführt werden. 1. war das Programm der Agudas Jisroel (die auf der Kattowitzer Konferenz beschlossenen „Vorläufigen' Bestimmungen") nicht derartig beschaffen, daß cs den Jugendlichen sofort klar war, wohin der Weg führte. Das Programm war eine Aufzählung von Einzelarbeiten, in dem insbesondere die Sehnsucht der Jugend nach Palästina-Arbeit nur wenig Befriedigung fand. 2. Auf dem Jugendtag nahm man Pläne zur Organisierung gesetzestreuer Jugend an, übersah jedoch, Arbeitsausschüsse mit der Ausführung der Pläne zu betrauen. Und schließlich: 3. Der wenige Monate nach der Frankfurter Tagung ausgebrochene Krieg verhinderte jegliche organisatorische Arbeit. Mehr denn drei Jahre Agudah-Jugend-Arbeit liegen hinter uns. Die in diesen Jahren gesammelte Erfahrung könn wir in wenigen Worten zusammenfassen: Der erste Jugendtag war nicht vergebens! Die Saat, die damals ausgestreut wurde, ist herrlich aufgegangen. Mächtig ist in unseren jungen Kreisen vielerorts die Liebe zur Tora und zum jüdischen Volke gewachsen — weiter ist der Blick geworden, macht nicht mehr Halt an des Heimatsortes Grenzen, sondern geht hinaus über Stadt und Land, über Ost und West — über die Länder unserer Not — nach Erez Jisroel, und an der gesetzestreuen Jugend ist es, selbst die Ernte dieser Saaten einzuheimsen und unter das gesicherte Dach zu bringen. II. Der Krieg hat durch das, wenn auch vorläufig erfolglose Friedensangebot der Mittelmächte, einen Höhepunkt erreicht, der unter der noch kalten Vorfrühlingssonne des kommenden Friedens liegt. Die Nacht beginnt zu weichen, der Tag bricht langsam an. Rüsten wir uns — wir Jungen — ihn würdig zu begehen!