Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 3 (4.1917)
- Date
- 1917-04-01
- Page
- Seite 1 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Blatt fZ) 1 - ±± r 3. Jahrgang. Frankfurt a. M. 10111(^1 April 1917. herausgegeben von der Agudas Jisroel Jugend-Organisation SBund gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine, unter Mitwirkung des Gruppenverbandes der JÄgudas Jisroel für ‘Deutschland. Sänger: An die Arbeit! — Agudoh-Aufgaben — Feuchtwanger: Übergangswirtschaft. — Menachem: Eindrücke aus dem Osten. — Die Agudas Iisroel-Marke. — Spendenliste. An die Arbeit! Von Joel Sänger (im Felde). Tag war es geworden, die Ghettomauern waren eingestürzt, neues Licht drang in die alten Gassen. Tausende verließen eilends, geblendet von den Lichtstrahlen, die Stätte der Ahnen und formten sich draußen ganz im Banne des Lichtes, eine neues — von den Launen des Alltags abhängiges — Judentum. Vor der Öffentlichkeit gaben sie sich als Repräsentanten des Judentums aus. Inzwischen saßen die Männer des alten Judentums über ihre Folianten gebeugt, von niemanden geachtet, von allen getreten und gestoßen. Da, als die Not ihren Höhepunkt erreicht hatte, erschien Samson Raphael Hirsch und gründete mit gleichgesinnten Männern die erste wahre Vertretung der gesetzestreun deutschen Judenheit in der „Freien Vereinigung für die Jnterssen des orthodoxen Judentums". Erst viele Jahre später sollte diese Gründung wirksam werden. Der Krieg brachte den ersten großen Sieg der Sache Hirsch's und die gesetzestreue Judenheit repräsentiert heute eine Macht, mit der auch die Feinde der Tora rechnen müssen. Leider hat bis heute die Idee noch nicht die verdiente Verbreitung in den Massen gefunden. Die Reserven im Hintergrund sind Wohl da, aber leider war bisher die Fahne noch nicht sichtbar genug entfaltet, daß sie sich um sie hätten sammeln können. Es wird von dem Einzelnen nur für den Einzelnen und für den Tag und nicht für die Zukunft und die Gesamtheit gearbeitet. Das muß aufhören.