Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 3 (1917)
- Issue
- 1/2 (Januar-März 1917)
- Date
- 1917-01-01
- Page
- Seite 14 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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14 — Aber so um die NOOZeit des vorigen Jahres kamen die großen Schwierigkeiten der Warenbeschaffung, aus denen wir nicht mehr herausgekommen sind. Damals stellte sich plötzlich allenthalben eine unerhörte Flcischknappheit ein, sodaß die Fabriken nur einen minimalen Prozentsatz der auf 2"' bestellten Konserven zu liefern im Stande waren. Immerhin konnten wir uns, wenigstens für NV2> noch mit Rauch- und Pökelfleisch behelfen. Aber nach den Feiertagen, was sollten wir da tun? Inzwischen war die Fleischkarte eingeführt und die Konservenfabrikation verboten worden, sodaß es schien, daß nunmehr an eine regelmäßige Soldatenverpflegung, wie wir sie bis dahin so schön hatten durchführen können, nicht mehr zu denken sei. Aber da kam als Retter in der Not — wie schon so oft während des Krieges — die ״Freie Vereinigung". Sie wandte sich gleich an den Reichskanzler um eine Ausnahmebestimmung betreffs der Konservenfabrikation für unsere Zwecke. Bei diesem sowie beim Bundesrat stieß man auf großes Verständnis, und so kam bereits am 4. April 1916 eine Verfügung des Reichskanzlers, die eine Verarbeitung von 40 Zentner Fleisch pro Monat für rituell lebende Heeresangehörige ausnahmsweise gestattete unter folgenden Bedingungen: 1. Die Konservenlieferung wird auf die Heeresangehörigen beschränkt, die ein Rabbinatsattest darüber beibringcn, daß sie vor dem Kriege bereits rituell gelebt haben. 2. Jeder Soldat kann nur ein Höchstguantum von 5 Konserven pro Woche bekommen. 3. Der Genuß dieser Ausnahmebestimmung wird auf die Leute im Felde und in d e n Garnisonen, in welchen eine כשר- Beköstigung nicht zn bewerkstelligen ist, beschränkt. Das war eine ideale Lösung des Problems. Aber schon war ein zweites zu lösen, das an Kompliziertheit dem ersten nicht nachstand. Mit der Verfügung allein war ja nichts anzufangen. Jetzt galt es einen Fabrikanten zu finden und die Riesenmenge Fleisch auszutreiben. Elfteres war leicht, aber das zweite Erfordernis machte das schwerste Kopfzerbrechen. Allüberall in ganz Deutschlandwurde versucht, die erforderliche Fleischmenge aufzutreiben. Stets vergebens! Erst nach einigen Monaten gelang es, in Hamburg einen Fabrikanten zu verpflichten und hier auch die Sicherstellung des Rohmaterials zu erreichen. Nun konnten wir