Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 8 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 10 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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10 Neigungen und Fähigkeiten keineswegs entspricht. Bewahrheitet sich da nicht in furchtbarer Wirklichkeit die göttliche Strafandrohung: „Weil Du Deinem Gotte nicht gedient hast in Freude und Herzensfrohsinn beim Ueberfluß an allem, drum mußt Du Deinen Feinden zu Willen sein, die der Ewige gegen Dich schickt unter Hunger, Durst und Entbehrung und Mangel an allem". Möge diese traurige und doch heilsame Lehre an Herz und Gemüt der toratreuen Eltern nicht vorüber rauschen. Mögen sie ein heiliges Gelöbnis ablegen nach einem baldigen, glücklichen Frieden kein Opfer an Geld und Zeit mehr zu scheuen, um ihre Söhne mit dem Schatze einer umfassenden Torakenntnis ins feindliche Leben hinauszusenden. Mögen sie ihren höchsten Stolz darin sehen, daß sie den Daseinskampf aufnehmen: „Alle gegürtet mit dem Schwerte der Tora, kricgsgeübt auf dem Kampfplatz der Halacha, jeder seine Waffe zur Seite vor den Schrecken der Schicksalsnächte", wo ihnen einzig und allein unsere heilige Lehre- Stab und Stütze, Sieg und Frieden zu bieten vermag Iüdische Eindrücke in Serbien. Von Dr. A F. im Felde. (Schluß.) Den sephardischen Gottesdienst brauche ich nicht besonders zu beschreiben. Hervorheben möchte ich nur, in welchem Maße bei diesen Serben die Lungenkraft des Chasan ein Hauptfaktor ist, wie nämlich die an Ausdehnung fast das Doppelte unserer Gebete erreichende Liturgie (vor allem die Länge des Teiles vor „Bornch scheomar" bewirkt dies) in allen Teilen, ausgenommen allein die Tefillo belachasch> durchwegs laut vom Vorbeter heruntergcsagt wird; von einem Verständnis oder gar einem Mitdenken des Vorbeters ist ebensowenig die Rede wie von irgend einem Nigun oder auch nur einer Betonung, gewisse besondere Stellen ausgenommen. Diese wenigen Melodien, wie sie namentlich bei dem in sehr schöner Weise und mit einem gewissen gemessenen Pomp erfolgenden „Ausheben" Vorkommen, sind uns völlig fremd, wie auch unsere synagogalen Melodien, ja selbst die der Jomim Hanauroim und etwa von Chanuka, dort völlig un-