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Blätter · 1916-12-01 · 8 (12.1916) · p. Seite 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
8 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 8 (sequence 8)
Language
German
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Aus dem Leben und Treiben an der Preßburger Ieschiwa. Von Moses Jacobson, y?, (Schlich.) Richten wir nun unsere Aufmerksamkeit auf das Privatleben der Bachurim. In der Regel wohnen zwei oder drei zusammen, die nötigen Seforim werden jedesmal für das Semester von einem Buchhändler gemietet; mit den ganz seltenen Werken hilft man sich gegenseitig aus. Ist einer von ihnen bemittelt und der andere Chasaurbocher, so bezahlt er für letzteren Quartier und außerdem ein monatliches Honorar. Für die Mehrzahl der armen Bachurim ist eine Mensa errichtet, wo sie mittags und abends verköstigt werden. Die Bemittelten, — wer aus Deutschland kommt, gilt als Millionär, — speisen bei Privatleuten. Ich hatte das Glück im Hause eines bedeutenden Lamdon die Mahlzeiten einzunehmen, wo ich neben der vorzüglichen Kost eine weitgehende Förderung meiner geistigen Ausbildung genoß, besonders auf dem Gebiete der Haggadah. Der Gulasch war nicht nur mit Paprika, sondern stets mit der Erklärung eines seltenen Midrasch gewürzt. — Des Abends geht man sehr spät zu Bett. Die natürliche Folge ist, daß zahlreiche Bachurim Langschläfer sind. Die im Beth Hamidrasch eingeführte Methode des Betens am Morgen ist hieran wohl auch Schuld. Im Sommer beginnt man dort um 5 Uhr und um 8 Uhr kann man mit Sicherheit noch Minjan antrefsen. Hält man im eigentlichen Beth Hamidrosch bei Jischtabach, so wird im Nebenraum angefangen; auf diese Weise 'geht es mit doppeltem Betrieb 3—4 Stunden. Die Spätaufsteher sind nicht immer die schlechtesten Bachurim, im Gegenteil, sie haben bis weit über Mitternacht gelernt und bei dem Mangel jeder sonstigen Erholung und Ausspannung muß dem Körper wenigstens genügend Schlaf gewährt werden. Ein kurzer Spaziergang täglich ist allerdings ein erlaubter Genuß; am Lag Boaumer werden sogar größere Ausflüge in die herrliche Umgebung, die Ausläufer der kleinen Karpathen, unternommen. Dies wird geradezu als Mizwoh angesehen, ebenso wie das Kartenspiel am Ehanuka. Sonst ist dieses für einen Bachur

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