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Blätter · 1916-12-01 · 8 (12.1916) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
8 (12.1916)
Date
1916-12-01
Page
Seite 7 (sequence 7)
Language
German
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der Wunsch rege werden, wiederum wie früher an der Erweiterung seines jüdischen Wissens zu arbeiten. Kennen wir doch viele Beispiele treuer Freunde, die draußen in Unterstand und Graben, wenn es die Umstände nur irgend gestatten, mit staunenerregender Regelmäßigkeit und Unermüdlichkeit unter Außerachtlassung körperlicher Abspannung ihre Torastudien betreiben, Dinim oder Mischna lernen, oder aber ihre Kenntnisse der jüdischen Geschichte und der jüdischen Pflichten lehre durch Lektüre zu erweitern suchen. Hiervon zeugt u. a. die rege Benutzung der Feldleihbücherei der A. I. I. O., das Interesse, welche der Kricgsschriftensolge unserer Organisation und den Sabbathbriesen entgegengebracht' wird, sowie die Fülle der Anregungen und Ansragen, die uns von draußen dauernd zugehen. Den glücklich in die Heimat Zurückgekchrten alle Gelegenheit zur Vertiefung ihrer jüdischen Kenntnisse, zum „Lernen" zu geben, das wird in erster Linie Aufgabe der einzelnen Jugendgruppen sein, die durch einen entsprechenden Lehrplan und Heranziehung geeigneter Lehrkräfte allen Wünschen in dieser Hinsicht nach Möglichkeit entgegenkommen Müssen. Hiermit wird dann auch die beste Waffe geschmiedet werden gegen den Feind im Innern: den „Antisemitismus". Schon seit langem bestätigen die Erfahrungen unserer feldgrauen Freunde dessen Vorhandensein und welch treffenderen Beweises seiner Blütezeit bedürfte es als der traurigen Tatsache, daß es im Angesicht des Burgfriedens möglich war, eine Mehrheitszustimmung zu einer „Statistik der in den Kriegsgesellschaften tätigen deutschen Juden" zu finden. Wenn auch letzten Endes dieser Plan nicht zur Ausführung kommt, so ist damit der genannten Bewegung sicher nicht das Todesurteil gesprochen. Es liegt uns durchaus fern, als einen zukünftigen Programmpunkt der A. I. I. O. die Bekämpfung des Antisemitismus zu verlangen. Wir Jungen dürfen und wollen unsere Zeit, Kraft und Arbeit nicht in einer Abwehr derjenigen Kreise vergeuden, die nicht zu belehren sind, weil sie eben nicht belehrt sein wollen. Uns aber obliegt es, im Nahmen unserer Jugendgruppentätigkeit uns in unsere Geschichte und das jüdische Schrifttum zu vertiefen, und uns an diesen Quellen der Wahrheit zu stärken für den Kampf des Lebens, der den Streit der Waffen überdauern wird. iDb f'M *|rrnn on«1? m

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