Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 8 (12.1916)
- Date
- 1916-12-01
- Page
- Seite 6 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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6 tätigfeit herausgerissenen Mitarbeitern das Angestelltenverhältnis ungeschmälert aufrecht erhalten oder ihnen für die ganze oder wenigstens einen Teil der Kriegszeit ansehnliche Gehaltsbezüge zugebilligt haben. Wir dürfen aber darüber nicht die Bedauernswerten vergessen, welche, soweit sie vor Kriegsausbruch auf eigenen Füßen gestanden, inzwischen ihren Erwerb eingebüßt haben, oder durch die Ungunst der Verhältnisse bei ihrer ehemaligen Firma einen zusagenden Posten nicht mehr finden. Sie alle darf mit dem Tage, da sie den Soldatenrock ausziehen, die Sorge ums tägliche Brot nicht drücken, wenn wir nicht die Gefahr heraufbeschwören wollen daß Ungewißheit und Verzweiflung so manchen von denen, die draußen die Fahne des Judentums hochgehalten, auf andere Bahnen bringt. Und in noch höherem Maße muß denen hilfreiche Hand geboten werden, bei welchen erst der Schlachtendonner das jüdische Gewissen geweckt, und die den Kampfplatz nüt dem Vorsatz im Herzen verlassen haben, in friedlichen Zeiten dem Allgütigen, der in Not und Bedrängnis ihnen schützend zur Seite gestanden, durch Schmiras Schabbos zu huldigen. Was hier vom kaufmännischen Beruf gesagt ist, gilt in ähnlicher Weise auch für alle anderen Berufe, die dem jüdischen jungen Mann offenstehen, und nicht zum Wenigsten werden auf dem Gebiet des Handwerks, das ja ohnedies auch in normalen Zeiten schon immer ein Schmerzenskind der interessierten Kreise ist, schwierige Fragen zn lösen sein. Ein entsprechender Ausbau unserer bisher so bewährten Stellender mittlungs-, Auge stellte »Versicherung s - und Handwerkervereine ist somit ein Gebot der Stunde. Die Wiederergreifung eines Berufes bringt für viele neue Verhältnisse und eine fremde Umgebung mit sich. Die Eingewöhnung in diese wird manchem unserer tapferen Freunde nach jahrelangem rauhen Kriegerl.ben doppelt schwer fallen. Hier könnte ein Wohnungsnachweis, wie er von den Gruppen der A. I. I. O. seither bereits mit Erfolg betrieben worden ist, Gutes wirken durch Unterbringung so manchen an seiner neuen Wirkungsstätte ganz unbekannten jungen Mannes in einer jüdischen Familie, die ihm das Elternhaus zu ersetzen bestrebt ist, und in deren Kreis er das aus Vorkriegszeit gewöhnte echtjüdische Leben wiederfindet. Hat unser Kriegsteilnehmer so erst mal geordnete Verhältnisse und eine b ".iedigende Berufstätigkeit gefunden, so wird in ihm bald