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Blätter · 1916-09-01 · 7 (9.1916) · p. Seite 18

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
7 (9.1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 18 (sequence 18)
Language
German
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18 den Vorlesungen die meiste Zeit der Hörer in Anspruch nehmen, die Vor» lesungen selbst nur eine zusammenfassende Erläuterung bieten, so wird auch in Preßburg öffentlich verhältnißmäßig wenig gelernt, für jeden Schiur ist aber eine eingehende und gründliche Vorbereitung erforberltd)• Die Mehrzahl der Bachnrim hat schon andere Ieschiwaus besucht, wo der Rabbi von morgens bis abends mit den Schülern lernt, und jste sind daher so weit vorgeschritten, daß sie sich selbstständig vorbereiten können. Wer die nötigen Vorkenntnisse noch nicht besitzt, bekommt einen Lhaser- Kocher (von NsN wiederholen) der ihn zu allen Schiurim vorbereitet und das Gelernte mit ihm wiederholt. Es gibt eigentlich nur drei öffentliche Schiurim, den Hauptschiur, Nebenschiur und Iore Dea. Den Hauptschinr leitet der ״Rebbe" R. Akiba Sofer, der nicht nur als würdiger Urenkel und Erbe der Dynastie des חתם סופר זצ׳ל sondern auch durch seine persönliche Erscheinung, seine Charaktergröße und Herzensgüte sich die Liebe und Verehrung aller Schüler erworben hat. Das Wintersemester (זמן genannt) beginnt Anfang Marcheschwan, aber gewöhnlich erst in der Woche zu Parschas Tauldaus eröffnet der Rabbi den Schiur mit einer Ansprache, in der er die Schüler an der Hand von Talniud und Midrasch auf die Pflichten eines Bachur aufmerksam macht. Solange hatte man Zeit, die סוגיא mit allen Parallelstellen, Rischaunim, Achraunim und Decisoren sich gründlichst einzuprägen. Jetzt wird etwa zwei Wochen täglich Hauptschiur gelernt, verhört, ein neues Thema bekannt gegeben und wieder ein paar Wochen Zeit zur Vorbereitung gelassen. Für Nebenschiur und Iore Dea sind die Bachurim nach Fähigkeit und Vorbildung eingeteilt, die Reiferen müssen an Iore Dea teilnehmen, die übrigen am Nebenschiur. Dieser wird kursorisch mit Ran und Raschbo vom Dajan R. Leb Rnbinstein zweimal wöchentlich vorgetragen, dann wird das Pensum (1—2 Blatt) verhört; ähnlich beim Iore Dea-Schiur, der vom Dajan R. Leb Friedmann geleitet wird. Überflüssig zu bemerken ist, daß die Teilnahme der einen Klasse bei den andern Schiurim gern gestaltet ist. Bei den Prüfungen können nicht immer alle verhört werden, es geht dies abwechselnd vor sich; die Namen der zu Prüfenden werden am Abend vorher am schwarzen Brett veröffentlicht. Wie man bei den Schiurim kein Sefer vor sich hat, so wird auch beim Verhör verlangt, daß alles auswendig beherrscht wird. Der Rabbi steht auf dem Schulchon, fünf Bachurim werden gleichzeitig heraufgernfen. jeder wird durch mehrere Fragen geprüft und erhält eine Zensur, die ins Hauptbuch eingetragen wird. Am Schluß des Semesters — im Winter kurz vor Purim — siuden die großen Verhöre statt, in denen das gesamte Pensum des מן* verlangt

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