Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 7 (9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 9 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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öl,f nordfranzösischcm Boden. Mit Ausnnhmc von Aabbi Gerschoms Abstimmungen — zum erstenmal wieder in nachtalmudischer Zeit Beschlüsse °0!t den Kapazitäten der jüdischen Wissenschaft, von den Repräsentanten btt Gemeinden gefaßt und verbindlich für die Gesamtheit der europäischen Jaden! Waren diese Bestimmungen nicht mehr so grundlegend wie die Zeit des Talmndabschlusses, sie waren ein Notwendiges und Segens- Zolles für diese Jahre, die mit der allgenieinen Verdunklung der Verhältnisse auch das religiöse und rechtliche Leben der Iudenheit in Gefahr brachte». Wir wissen, die Ereignisse der Zeit haben selbst auf das Leben Rabbenu Tams ihrs Schatten geworfen, und seine letzten Tage stehen unter dein Eindruck des Schreckenstages von Blois (20. Siwan 1171). Wenige Tage später ist Rabbenu Tam verschieden — der 4. Tamus ist der Todestag eines unserer Größten im Golnth. Wenn Große scheiden, werden die Zeiten immer leer. Aber Rabbenu Jakob Taul hat einen Nachglanz seiner Wirkens hinterlassen, und die Schule von Ramerupt, der Sitz seiner Tosasistentätigkeit fand in Ri (Isaak den Samuel aus Dampierre), dem Sammler der Tvsafot ein würdiges überhaupt. Neben ihm Simeon den Abraham aus Sens, der Autor des »Sens-Tosafot"; und eine spätere Zeit nennt Iehudi Di Leon als den Verfasser des „Sefer ha Kabod". Dann spricht das 13. Jahrhundert seine bittere Sprache. Noch finden in aller Trnbnis der Zeit die großen Traditionen ein thorastarkes Geschlecht, die Lehrhäuser sind nicht verlassen; Samuel aus Falaise 'unternimmt eine Tosasotsammlnng, Rabbi Iechiel hält seinen 300 Schülern auswendig Vorträge, weil die Talmudcxemplare rin Opfer der Dominikaner geworden waren. Unter den Trümmern der iirhrhäuser noch erlischt die Flamme nicht ganz, und während der wenigen Jahrzehnte des letzicn Aufenthaltes sammelt Rabbi Mathatias noch einmal in einem neugegründeten Lehrhaus die Schüler um das Erbe der großen Lehrer.- Erst mit der Geschichte der französischen Juden überhaupt konnte bas, was der Inhalt dieser Geschichte gewesen, das Licht der Thorattkenntnis, erlöschen.- Es ist nur ein Bruchteil jüdischer Entwicklung, was die französische beschichte bietet und gibt doch die Quintessenz jüdischer Geschichte überhaupt. Bei aller Trübnis der Zeit ein starkes inneres Erleben, ein Durchbringen des Alltags mit dem Lichte des Geistes, des Göttlichen. Was ist das im letzten Grunde anderes als der Ausdruck unserer Israels- Mission? <60