Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 7 (9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 7 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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— 7 — ייז einem Lande, das sie als gleichbereehtigte Bürger ausgenommen, standen יייייז Anfang an im Zeichen der arnbtfrfjen Kultur, die das Erbe der Griechen übernommen hatte und zu einer Zeit, in der die Kirehe gegen alles Heidentum kämpfte, eine Renaissance der antiken Philosophie, eine Neugeburt der hellenistischen Wissenschaft erstehen ließ, an der die Juden keinen geringen Anteil hatten. Dadurch aber kamen die Juden an ihr Schrifttum von Seiten der Wissenschaft, von einem System aus, das sie dann — und das ist ihr unsterbliches Verdienst — in wahrhaft klassischer Weise auf das jüdische Schrifttum anwandten, in das sie griechische Formenschönheit und einen an Aristoteles geschulten Geist hineintrugen. Anders die Juden Nordfrankreichs. Sie standen auf dem Boden keines anderen Erbes als der ״Mauroscho keliillas Jaakauw“, hatten keine anderen Traditionen als die ihrer heiligen Religion. Diese war der Ausgangs- Punkt, von dem aus sie zur Wissenschaft gelangten, diese aber auch das Endziel, da das äußere Leben, an dem sie keinen Anteil hatten, für sie nichts bedeutete. In ihrem Schrifttum waren sie verankert, mit diesem verschmolzen sie, und gerade in dieser Verschmelzung mit seinem innersten Geiste liegt das große Verdienst, das die nordfranzösischen Schulen für unser heutiges gesetzestreues Judentum bedeuten. כללות ופרטות לראות ולהטות, שנתם נדדה כחדר המטות• »Das Ganze und Einzelne zu betrachten und zu erwägen, verscheuchen sie den Schlaf von ihrem Bette." Es sind die Worte der Selichoh von Rabbi Simon Abun, die da von den Keimen der jüdischen Wissenschaft Nordfrankreichs spricht, wo alles noch ein Werden, ein Suchen ist und sich doch schon mit dem Namen der Gelehrten von Orleans, Iekutiel und Isaak den Menahem, verbindet. Noch ist die hagadische Auslegung die allein bestimmende und findet in dem Sammelwerk der Zeit ״Ialkuth" ihren literarischen Niederschlag. Das Licht für das Zeitalter eines wirklich fruchtbaren Talmudstudiums ging für die nordfranzösischen Schulen vom Osten aus, von jenem Manne, der selbst ״das Licht der Diaspora" genannt wird, Rabbi Gerschom aus Metz. Er hat weit über die lothringische Heimat hinaus auch auf die französischen Talmudstätten belebend gewirkt, und dann haben die Schüler den Lehrer übertroffen in ihrem Meister, in dem sich nunmehr das Licht des folgenden Zeitalters wie in einem Kon- Zentrationspunkte sammelt: Rabbi Salomon Jizchaki. — In dem Jahre geboren, in welchem im fernen Orient der letzte Gaon seine Seele für die Neinheit des Gottesnamens aushaucht, hat Raschi nicht nur symbolisch das Erbe der babylonischen Hochschulen übernommen und in die nordfranzösischen Lehrstätten verpflanzt. Und dieses Erbe forderte eine Weiter-