Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 7 (9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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3 Rauschhaschonoh und Iaum Kippur rufen: „Kehre zurück Israel unmittelbar zu Deinem Gott", dann verhallt vor keinem Ohr dieser Ruf ungehört. Und zu dieser Gott zugewandten Gesinnung und Handlung gesellt sich ein anderes erhebendes Bewußtsein, ein Bewußtsein, das der Ruf des Sukkausfestes zu klar erkennbarem Ausdruck bringt: „Vertrauen auf Gott, Zuversicht in Gott." „Denn in Hütten ließ ich wohnen die Kinder Israel, als ich sie aus Aegypten führte." Was das heißt, verinögen völlig vielleicht erst die Kämpfer draußen verstehen. Nichts schützt sie im Kampfe, nichts schirmt sie in Gefahr, und doch kennen sie kein banges Zagen, kein ängstliches Klagen. Sie alle lagern sich im Schatten und im Schutze Gottes; das ist öie Hütte in der Wüste, sie stärkt ihr Gottvertrauen in des Kampfes surchtbarem Grauen. Und wenn die Heimat glauben mochte, uns schirmt die eherne Mauer der Helden draußen, so niußte sie sichs bewußt werden: „Daß ^icht des Rosses Kraft, daß nicht des Mannes Schenkel" sie schirme, sie erkannten, daß Gott nur ist mit denen, die Ihn fürchten, die auf Seine Gnade hoffen. Was nützte Mut und Heldentum, was nützte glänzender Maffensieg, wenn Sein Segen nicht der Frucht des Feldes, nicht dem Ertrage der Erde ward. Das, was wir oft gebetet haben mochten, ohne den Lanzen tiefen rechten Sinn dieses Gebetes zu erfassen: „Gib Tau und gib Stegen der Erden zum Segen", jetzt verstanden wir es. Wir schauten zum Himmel, und die Regenwolken, von denen wir sonst glaubten, daß sie den Horizont verdunkelten, jetzt verschönten sie ihn, sie gleichen den hocherhobenen Händen des Moses im Kampfe gegen Amalek. Wir erhoben Unsere Augen zum Himmel, von welchem unserem Erdboden der Regen u»s die Hilfe kam. Nach oben schauten wir, auf oben vertrauten wir. Go lernten auch wir Gottvertrauen, und wenn zu seiner Festigung die stimme des Sukkaus uns mahnt, so hören wir die Stimme, wir verstehen Und beherzigen sie- Und wie Front und Heimat sich die Hand reichen iu der Rückkehr zu Ihm, so umschlingt sie auch ein gemeinsames Band des Vertrauens zu Ihm. Aber nicht nur etwa durch den Zwang der Verhältnisse, durch die Mucht der Ereignisse Geschaffenes darf unsere Rückkehr, darf unser Gottvertrauen sein. Nein, mir müssen ihrer uns freuen können, aus Eng- "is und Bedrängnis muß der Iubelruf zur Höhe sich schwingen können; »Mein Herz, mein Fleisch jubeln zu dem lebengewührenden Gott." Nicht Ausgelassenheit, dazu sind die Zeiten zu ernst, aber Seelenfreude, wenn