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Blätter · 1916-09-01 · 7 (9.1916) · p. Seite 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
7 (9.1916)
Date
1916-09-01
Page
Seite 2 (sequence 2)
Language
German
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Denn durch Dunkelheit, „durch Umwölkung allen Lichtes führt der Weg hin zum Tage unseres Festes, in solchem Monat stoßen wir mit ursprünglichster Kraft ins Schofar", ins Schofar, das alles, alles zur Rückkehr zu Gott sammelt. Drei Stimmen vernimmt das Ohr mit besonderer Klarheit, die aus des Tischri-Monats Festen und ihrem Geist zu uns sprechen: „Rückkehr zu Gott", rufen Rauschhaschonoh und Versöhnungstag, „Vertrauet auf Gott", predigt Sukkaus, „Freuet Euch seines Gesetzes", spornt Simchas Thora an. „Rückkehr zu Gott", rufen Rausch Naschonoh und Iaum Kippur. Jeder hört diese Stimme. Jeder begreift sie Da ist nicht ein taubes Ohr, nicht ein verstocktes Herz, da ist nicht ein stolzer Sinn, nicht eine verschlossene Seele. Alles fühlt mehr denn je, was es heißt, abfchütieln Sünde und Bosheit, was es heißt, rein sein vor Gott. Die im todumschatteten Tale weilen, die Helden draußen, sie sprechen: „Ich fürchte nicht das Böse, denn Du bist bei mir." Sie fühlen Gottes Nähe, weil sie Ihm sich genähert haben, weil sie abgeschüttelt haben Bosheit und Verstocktheit des Herzens, abgeworfen all das, was sonst im Leben sie von Gott getrennt hatte. Keiner verspürt so stark wie sie des Propheten Wort: „Kehret zu Gott zurück, daß ihr dadurch lebet." Sie verstehen es, sie begreifen es, daß aus der Reue Lebenskraft, aus der Buße Lebensmut erwächst. Aber auch die Heimat empfindet jetzt die Kraft des Glaubens ganz anderst und viel stärker als früher. Im Genüsse beschnitten und beengt, in der Lebensführung, wenn anch gesichert, so doch bedrängt, ist ihr diese ganze lange Kriegszeit zum Elul geworden. Auch sie spricht: Ich gehöre ganz an meinem Freunde, mein Freund mir." Nach außen abgeschlossen, suchte sie den Zusammenschluß und Zusammenhang nach innen und nach oben. Front und Heimat' vernehmen gleicher Weise den Ruf: „Kehix zurück zu Gott." Sie hören ihn nicht lnur, denn das kann jeder, der Ohren hat, sondern sie befolgen ihn auch, und das kann der, das muß der, welcher im Leide geläutert wurde Diese eiserne Zeit sie ist fürwahr jener eiserne Topf, von dem das Schriftwort spricht. Und mag man sonst gesagt haben, daß der Zeitgeist die Religion getötet, so ist es jetzt wahr, daß der Zeitgeist die Religion weckt und fördert, denn: „Was ihr den Geist der Zeiten'heißt, das ist der Geist des hohen Herrn, in dem die Zeiten sich bespiegeln." Göttlicher Geist ist es, der durch die Zeit der Gegenwart rauscht- Dieser Geist ist es, der die Kämpfer draußen und die Heimat beseelt, daß diese stark ist im^ Entbehren, jene mächtig sind, überirdisch groß im Leisten und Sichbewähren: und wenn in solcher Zeit

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