Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 7 (9.1916)
- Date
- 1916-09-01
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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SBlätter Siebentes Blatt Frankfurt a. M. Septbr. 1916. herausgegeben von der Agudas Jisroel Jugend-Organisation SB und gesetzestreuer jüdischer Jugendvereine, unter Mitwirkung des ^ruppenverbarides der Jlgudas Jisroel für [Deutschland. ^ATlFlnl't W. ®. I-: Festesstimmen. — 93. S.: Zur Geschichte der V) UJUll. ^u^en Nordfraukreichs. — Dr. H-?t- C: Scholaum Gleichem. — Dr- A. F.: Jüdische Eindrücke in Serbien. — Moses viacobfoit: Aus dem Leben und Treiben an der Preßburger Ieschiwa. — Spendenliste. Festesslimmen. Israels Reichtum und Lebenskraft, feine Seelenfreude und daseinsdejahende Zuversicht fließen ihm aus seinen Festen zu. Israels Feste sind Kraftquellen, die unversiegbar Segen ansströmen, seine Lebenserhalter und Lebenssörderer, seine Erzieher und seine Betreuer. Nicht sich auszuleben, sondern sich zu erheben, nicht an Vergänglichem sich sinnlos zu freuen, sondern Ewigseiendem bewußt sich zu weihen, nicht der Ausgelassenheit, sondern der ernsten Sammlung dient dem Inden sein Fest. Wie wunderbar reich ist für Israel, für das Schicksal des Gesamt- Holkes, wie für das Geschick jedes Einzelnen darum der Monat Tischri. 3u allen Zeiten schlug des Volkes Herz diesem Mond mit Liebe und Sehnsucht entgegen In allen Zeiten lieh e» willig des Tischri-Festesstimmen soin horchendes Ohr. So war es immer, und wie ist es heute? Heute, wo Not und Tod, Engnis und Bedrängnis schlagen und schlagen auf unsere Herzen, daß die härtesten weich werden; heute, wo das Schicksal über die Einzelnen ehernen Schrittes hinwegtritt, daß der Einzelne bewußt sich wird, bewußt sich werden muß seiner ganzen Kleinheit? Heute ist der Tischri-Monat nicht nur gern und froh begrüßt, heute ist das, was aus ihn, in unsere Herzen quillt, uns so notwendig wie das tägliche Brot, ^enn nie in der Geschichte der Menschheit sah man Größeres geschehen, uie riesenhafteres Kämpfen, und nie war daher auch diesem großen Riesen- Ijoften gegenüber der Mensch so klein und gering wie heute, so vergänglich und darum so bedürftig der unvergänglichen, ewigen Kraft seiner Religion.