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Blätter · 1916-03-01 · 3/4 (März/April 1916) · p. Seite 22

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
3/4 (März/April 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 22 (sequence 24)
Language
German
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22 W. S- Jacobson / Die Judenfrage eine Wirtschaftsfrage. ־"*־־־ ־ י,*-־ י׳ Boden zu erwerben. Aber es haben sich Millionen gefunden, Argentiniens Boden urbar zu machen und so werden und müssen sich auch Millionen finden, den fruchtbaren deutschen Ackerboden der Bearbeitung durch jüdische Hände, die sich am Schabbos zum Gebet falten, zugänglich zu machen, es haben sich Gelder gefunden, das alte jüdische Kunstgewerbe zu beleben, es werden sich auch noch solche finden, dem noch älteren jüdischen Handwerk in Deutschland einen viel breiteren Boden als bisher zu schaffen. Diese Gelder brauchen durchaus nicht aus Wohltätigkeit gegeben zu werden; das Genossenschaftswesen hat auf so vielen Gebieten Triumpfe gefeiert, daß es auch auf diesem Erfolge haben wird. Dies auszuführen, ist nicht unsere Sache, denn dem einfachen Laien, der sich der Materie widmet, steht ja nichts zur Verfügung als sein ernstes Interesse für das Judentum, das ist in gewissem Sinne sehr viel, um in diesen Dingen aber ratgebend zu wirken, doch sehr wenig. Der Jude als Handwerker und vor allem der Jude als Landwirt würde sich damit nur im Vorbereitungsstadium finden für die Berufe, die er in hoffentlich nicht zu ferner Zeit im eigenen Lande nach dessen Bestimmung und dessen Geschichte wird ausüben müssen und wollen. Denn wenn auch Palästinas Land- Wirtschaft, Palästinas Handel modern organisiert und geleitet werden wird, die Quelle seines Wohlstandes wird immer seine Landwirtschaft, seine Viehzucht und daneben sein Handwerk bleiben. Sein goldener Boden ist eben Handwerk und vor allem - Ackerboden. Doch die Gedanken an die Zukunft sollen den klaren Blick für die Gegenwart nicht trüben! In der Gegenwart müssen wir die Verhältnisse so nehmen, wie sie sind und nicht so >vie sie sein sollen oder wie sie werden sollen und so müssen wir uns weiter an die Tatsachen vorerst halten, so lange, bis die deutsche Judenheit aus ihrer starken Stellung im Handel übergeführt worden ist auf die Geleise des landwirtschaftlichen und handwerklichen Erwerbslebens. Als Grundlehre dürfen wir Wohl die Lehre aufstellen, daß die größte Gefahr in der Abhängigkeit besteht, dann aber müssen wir wieder unterscheiden in 2 Arten von Abhängigkeit und diese Unterscheidung durchführen in Bezug auf die Abhängigkeit in der Kleinstadt und die in der Großstadt. Die Abhängigkeit in der Kleinstadt ist eine Abhängigkeit des selbständigen Kaufmannes von seiner Kundschaft, die gesahrbringende Abhängigkeit in der Großstadt ist die des Angestellten von

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