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Blätter · 1916-03-01 · 3/4 (März/April 1916) · p. Seite 11

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
3/4 (März/April 1916)
Date
1916-03-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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11 Die Arbeitsvermittlung der Agudas Jisroel. 3. Wie stellt sich die deutsche Regierung zu der Einführung dieser ״feindlichen Ausländer"? Es handelt sich also um religiöse, technische und politische Schwierigkeiten. 1. Die Ueberwindung der religiösen Schwierigkeiten war am Einfachsten. Einmal dadurch, daß die großen Betriebe fast alle schichtweise arbeiten und die Schichten so zu legen waren, daß der Schabbos arbeitsfrei war, ferner dadurch, daß die großen, für Kriegszwecke arbeitenden Fabriken auch am Sonntag arbeiten dürk'en, die jüdischen Arbeiter also einfach anstatt am Schabbos, am Sonntag arbeiten, und da heute Not am Mann ist, konnte die Agudas Jisroel Arbeitervermittlung, ohne sich zu verrechnen, auf das Entgegenkommen der Fabrikherren bezw. der Leiter staatlicher Werke zählen. Auch die Verpflegung war dort unschwer, wo jüdische Arbeiter in größerer Anzahl eingestellt wurden, indem die Lebensmittel durch Einrichtung einer gemeinsamen Küche in großen Posten und demgemäß entsprechend billiger eingekauft wurden, wenn sie nicht gar vom Konsumverein des betreffenden Werkes, bezw. der betreffenden Fabrik zu Arbeitervorzugspreisen gekauft werden kvnnten. Wurden die Leute an Orten eingestellt, wo sich ein Schauchet befand, so übernahm dieser gern die Ueberwachung der Küche und die Besorgung des Koscherfleisches. wie der rituellen Lebensmittel, oder dort, wo es sich lohnte, konnte eigens für diesen Zweck eine Vertrauensperson angestellt werden, die z. Zt. leicht zu finden ist, weil beispielsweise die jüdischen Schiffsköchc der Hamburg Amerika- Linie usw. ihren Beruf nicht ausüben können und sich daher auf diese Weise, zu der sie ganz besonders geeignet sind, zu betätigen vermögen. Auch war es möglich, dort, wo Arbeiter in großer Zahl eingeführt wurden, Synagogen, wenn auch nur primitivster Art, einzurichten, und für die andern speziellen jüdischen Bedürfnisse Sorge zu tragen. Die Lösung der religiösen Frage stieß also im Prinzip nicht auf Schwierigkeiten wenn sich auch hier und dort, angesichts der besonderen Verhältnisse, solche ergeben konnten. 2. Die technische Frage war insofern schwieriger, als es bei Einrichtung der Arbeitervermittlung noch an sachkundigen Herren mangelte, die eine derartig scharfe Ausniusterung halten konnten, daß die Ansgemusterten den Ansprüchen deutscher Fabrikherren zu genügen vermochten. Besonders verdient hat sich ans diesem Gebiet

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