Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 3/4 (März/April 1916)
- Date
- 1916-03-01
- Page
- Seite 5 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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5 Dr. M. Jacobson / Israels Glaube an die Zukunft. Es wird, es wird, es wird, wenn erst die Ueberlegenheit des Geistes, des reinen Denkens und unschuldigen Empfindens zum Durchbruch gekommen sein wird, wenn all die Lüge, die heute als Wahrheit paradiert, all der Schmutz, der heute als Reinheit gilt, all die Häßlichkeit, die blöde Augen als Schönheit erschauen, von dem seines Ursprungs und seiner Bedeutung sich wieder bewnßt gewordenen Menschcngeiste entlarvt werden, wenn die Verherrlichnng und Idealisierung des Irrtums und der Dummheit, der Leidenschaft und der entartenden Genußsucht gewichen sein wird der Bewunderung für die stetige, natürliche Entwickelung des reine!« Menschcnwesens, wenn die Beschränktheit des Kalbes, die Leidenschuft des jungen Löwen und die stumpfe Trägheit und Genießensgier des Masttiers INN' ועגל וכפיר וארי von dem jungen, aber geweckten Kinde, von der lauteren, unverdorbenen natürlichen Em- Pfindnng und geistigen Regsamkeit des alles Greisenhaften cntkleidcten und!nieder jung gewordenen Menschenkindes geführt und geleitet werden. CD ונער קטן נהג Dann, wenn erst der Geist regiert, auf reinem Thron mit reinem Zepter Herrschaft führend, dann wird Vermögen nnd roher Sinn und rohe Kraft nicht mehr den Rang bcstimincn nnd keine Uebermacht mehr geltend machen dürfen und damit die Brücke gebaut sein zur Annäherung der Schwachen an die Starken der Armen an die Reichen, des Lammes an den Wolf, des Bäckchens an den Tiger. וגר זאב[ עם כבש ונמר עם גדי ירכין 11. Von der kindlichen Seele, vom גער קטן geht also die Rettung ans, beim Kinde, bei der Jugend muß mithin die Besserung bcginnen, ופרה ודוב הרעיגה ׳הדיו ירכזו ו ילדיהן Kuh und Bärin Müssen für ihre Jungen eine Weide, eine Nährnnd Pflegestätte suchen. Die Kuh ist nach den Worten Amos von den פרוהיהבשן iAmos 4) das Bild der stolzen Ueppigkeit, wie sie bei Samariens Frauen zu finden war, der Bär erscheint in unfern Schriften als דוב שוקק <Spr. Sal. 28), als einer, der nur in Ausdauer und Mühseligkeit seine Nahrung erlangt. Lagern auch heute schon die Miitter, deren Typus die Kuh und die Bärin sind, ihre Kinder einträchtig neben einander, nnd wenn sie sie schon im ganzen gesellschaftlichen Umgang getrennt von einander halten, lassen sie sie!venigstens auf eine Weide gehen, d a znfammenkommen, wo sie genährt und gepflegt werden sollen, geistig und'sittlich genährt und