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Blätter · 1916-02-01 · 2 (2.1916) · p. Seite 14

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Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
2 (2.1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 14 (sequence 16)
Language
German
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14 O. , Von der Bedeutnng der jüdischen Volksschule. Von der Bedeutung der jüdischen Volksschule. Von O. Die Frage, wie das innere Leben der deutschen Juden nach dem Kriege sich gestalten wird, ist heute noch nicht zn beantworten. Daß manigfache Veränderungen auch hier sich ergeben, ist selbstverständlich. Gar viele hoffnungverheiffende Jünglinge, viele arbeitssreudige Männer, die man als zukünftige Stützen jüdischer Gemeinwesen gesehen, sie kehren nicht wieder. Mannigfache Verschiebungen verschiedener Art werden eintreten, und die jüdischen Gemeinwesen werden noch lange die Wunden fühlen, die der Krieg ihnen geschlagen. Es wird eine der wichtigsten Fricdensarbeiten mit sein, die Lebensfähigkeit und Lebenskraft der jüdischen Geineinden auch aus dem Lande und in den Kleinstädten zu erhalten und zu stärken, es wild aus Wege und Mittel zu sinnen sein, wie wir die Gemeinden wirtschastlich und kulturell festigen können. Ein geistiges Bindemittel haben wir in der jüdischen Schule. Ein alter talmudischer Spruch besagte ״Die Welt besteht nur durch den Hauch der Kinder .“ In der Erziehung der Jugend wird die sicherste Waffe gegen de» Untergang geschmiedet Für das Judentum ist die Sabbatheiligung ein Erziehungsfaktor ersten Ranges. Sie wird aber nur durch die jüdische Schule verbürgt. Nur durch sie kommt der Sabbat zur vollen Geltung, indem das Kind ungestört und unbesorgt die Synagoge besuchen kann, nicht Angst zu haben braucht, etwas zu versäumen, nicht in die Versuchung kommt, religionsgesetzliche Vorschriften zu übertreten. In der jüdischen Volksschule findet sich das Kind aus heimatlichem Boden. Der Lehrer kennt die religiöse Erfahrungswelt, kann an des Kindes religiösen Erfahrungskreis anknüpfen- In der jüdischen Volksschule fällt die Aschenbrödelrolle des Religion«- Unterrichtes fällt weg. Wenn derselbe Lehrer, der die anderen Fächer gibt, auch in Religion unterrichtet, dann ist Religion nicht mehr ein Nebenfach, das noch zu einer ungelegenen Zeit das Kind in seiner Muße stört. Der Religionsuntericht tritt als Hauptfach auf, bildet die Grundlage der gesamten Schularbeit. Die Religion läuft nicht nebens den übrigen Unterrichtssächern her, sie ist der Sauerteig, der die ganze Schulwelt durchdringt. Die Religion steht als Gesinnungsstoff im Mittelpunkte des erziehenden Unterricht«, und aller Untericht kann zu diesem Mittelpunkte

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