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Blätter · 1916-02-01 · 2 (2.1916) · p. Seite 11

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Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
2 (2.1916)
Date
1916-02-01
Page
Seite 11 (sequence 13)
Language
German
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Max Weil, Der Sabbath. 11 Wer für die Erhaltung des Sabbaths sorgt, sorgt somit auch für die Er- Haltung, für die Zukunft des Judentums Um uns über die religiöse Bedeutung des Sabbaths klar zu werden, brauchen wir nur unsere Tauro in die Hand zu nehmen und darin zu blättern, da wird schon unsere Aufmerksamkeit auf den Sabbath gelenkt. Dann werden wir in unseren heiligen Traditionen daran erinnert, daß unsere Väter selbst unter dem schwersten Druck dennoch den Sabbath hielten. Moses hat bei Pharao den siebenten Tag als Ruhetag für seine Brüder erwirkt, indem er dem Herrscher nahelegte, das; ein solcher Ruhetag schon in seinem eigenen Interesse unbedingt nötig sei. Seine Sklaven würden sich anfreiben, wenn sie ohne Ruhe Tag und Nacht ihrer Arbeit obliegen müßten, während die erholten Arbeiter nach Einbuße eines Arbeilstages mit neuer Kraft ihrer Arbeit nachgehen könnten. Unter dem ägyptischen Druck konnte der Sabbath nur ein Tag der Ruhe, aber nicht ein Tag der Heiligkeit sein, mit welcher ihn Gott allein ausstatten konnte. Der Segen und die Heiligkeit, mit welchen Gott seinen Sabbath ausgestattet hat, wird erst denjenigen zuteil, die ihn nicht aus Erhvlungsbedürfnis feiern, sondern die ihn als Zeichen hüten und ehren, als welches ihn Gott zwischen sich und sein Volk gestellt hat. Die aus der Knechtschaft Befreiten waren in die Wüste gezogen. In der Wüste fand Israel den Sabbath, fand der Sabbath Israel wieder. In der Wüste, wo es schwer war, Gott zu vergessen, in der Wüste, wo der Mensch so nichts, wo Gott so alles war, in der Wüste war es schwer, des Sabbath nicht zu gedenken. Mitten in den Kreis der Menschengesellschast sollte Israel mit seinem Gottesbewußtscin eintreten, sollte auf eigenem Boden die ganze Mannigfaltigkeit eines Staatslebenr entfalte». Wolken und Feuersäulcn blieben in der Wüste, das Manna hörte auf, sobald Israel seinen Fuß auf bewohntes Land gesetzt hatte, fortan waren Aecker zu bebauen, Recht und Ordnung zu handhaben, Künste zu pflegen. Hier aber, im Staate, da lag und liegt die Gefahr so nahe, daß Industrie und Politik die Götter des Menschen, und doch sollte Israel diese Gefahr nicht treffen, denn die Israeliten waren eben gesandt, diese Gefahr zu tilgen. Nicht umsonst hat uns Gott aus Mizraim, aus der Sklavenheimat erlöst, und nicht umsonst hat er die Israeliten ins Völkergeschichtliche Leben und Treiben geführt. Auf dem Boden der Erfahrung sollte sich vielmehr ein Volk und Staatenleben aufbauen, in welchem die Entfaltung der größten und kleinsten Menschentätigkeit nur Gott allein geweiht sein sollte, in welchem Wissenschaft und Kunst, Handel und In-

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