Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 2 (2.1916)
- Date
- 1916-02-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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2 W. ®. Jacobson; Eine Iudenfrage, eine Wirtschaftsfrage. Die Agudas Iisroel hat eine große Zahl von Männern aus allen jüdischen Gemeinden Deutschlands zu gemeinsamer Hilfe aufgerufen, und gern und willig sind sie diesem Rufe gefolgt, in der Hoffnung, daß keiner, kein einziger unter den deutschen Juden zögern wird, seine Spende, und sei sie noch so klein, voll freudiger Hilfsbereitschaft für diese Opfer des Krieges darzubringen.-Ein großes Hilfswerk ist es, das der Erfüllung harrt und große Geldmittel sind notwendig, um nur die Anfänge dieses Werkes zu ermöglichen. Gedenken wir Ostpreußens und Elsaß-Lothringens, gedenken wir aber insbesondere der unglüeklichen Kinder unserer östlichen Brüder. Aus Galizien, dem österreichischen Kronlande, tönt die Stimme des Weinens an unser Ohr. Weinende Kinderstimmen! Tausend — buchstäblich tausend verlassene und heimatlose Kinder Klagen dort um Brot und Beistand; die Eltern tot oder verschleppt oder verschollen oder von schwerer Krankheit heimgesucht! wer bliebe ungerührt, wes Auge trocken, angesichts solchen Jammers, wer gedächte nicht des eigenen glücklicheren Schicksals und wer möchte zurückstehen bei dem Werke der Hilfe, das zu beginnen ist?! Seit Monaten bereits haben sich berufene Kenner der Verhältnisse an Ort und Stelle in hingebungsvoller Mühewaltung den Vorarbeiten des geplanten Liebeswerkes gewidmet und Vorschläge großzügiger Art bilden die Frucht ihrer Arbeit. — Noch ist der Zeitpunkt nicht gekommen, im einzelnen auf diese Vorschläge einzugehen und noch läßt sich nicht sagen, auf welchem Wege das geplante Liebeswerk seiner Verwirklichung entgegengeführt werden soll, — beginnen heißt unsere erste Aufgabe. So ergeht denn in diesen Tagen der Ruf an alle jüdischen Brüder,, in alterprobter jüdischer Hilfsbereitschaft den Aufbau des großen Werkes möglich zu machen und trotz der Fülle von Leistungen, die an den Einzelnen herantreten, den Kriegswaisen Brot und Beistand und Erziehung und ein Stückchen Heimat zu schaffen. — Der Dank aus strahlenden Kinderaugen wird ihr edeles Tun tausendfach lohnen?) □ - Die Iudenfrage, eine Wirtschaftsfrage. Von Wolf S. JacobsonHamburg. Eine der größten Fragen, eines der schwierigsten Probleme, mit deren Beantwortung sich die denkende Welt, insbesondere in den letzten Dezennien, beschäftigte, ist die Iudenfrage. ")Wir verweisen auf den beiliegenden Aufruf. Die Schriftleitung.