Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 2 (1916)
- Issue
- 1 (1.1916)
- Date
- 1916-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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* * * Martin Feist s. A. 3 Im Bilde des säenden Landmanns schildert unser herrliches fabbathliches Tischlied Israel. Israel streut aus die Samen der Kultur, die hohen Gedanken der Einheit Gottes, der Reinheit dieses Bekenntnisses, brachte Israel der Menschheit, zwar unter Tränen, aber von der Gewißheit durchdurchdrungen, daß einstens die Saat aufgehen und reiche Ernte sichern würde. „Die in Tränen säen, werden in Freuden ernten". Wir haben uns darauf beschränkt, nur solche Bilder zu bringen, die jeder von uns kennt, diese geringe Auswahl, die sich vervielfältigen ließe, zeigt den innigen Zusammenhang zwischen den Dingen in der Natur und dem Geschehen im Menschenleben, und darum wirkt das Neujahrsfest der Bäume wie ein Neujahrsfest der Menschen, es wird uns zrl einem zweiten Rausch Haschonoh, und gleich Rausch Haschonoh ruft es uns zu: ,,Nichts ohne Gott, alles durch Gott, geborgen bei Gott". Dieses Bewußtsein in uns erneut stark und lebendig werden zu lassen, dazu helfe uns der Neujahrstag der Bäume, der 15. Sch'wat. -□ Martin Feist f. A. Zum 1. Iahrzeittage (11. Tewes). Vom östlichen Kriegsschauplatz schreibt man uirs: Wenn Millionen für die gleiche, heilige Sache ihr junges, blilhendes Leben lassen, darf da des Einzelnen besonders gedacht werden? Dieser Zweifel drängt sich uns aus, in dem Augenblicke, in welchem wir uns anschicken, unserem Martin Feist s. A. eine Stunde der Erinnerung zu weihen. Sie alle, die Namenlosen, umstrahlt ja gleicherweise der Glorienschein, den Heldentod verleiht, und unsere Dankbarkeit flechtet den ungezählten Treuen, die für des Vaterlandes Wohl und Zukunft ins frühe Grab gesunken sind, ohne Unterschied den Kranz des Erinnerns, der sich - ach! — um die Schläfe des heimkehrenden Siegers winden sollte- Das Geschoß ist blind j wähl- und gesetzlos sucht es sein Opfer — es fragt nicht nach Namen noch Rang. Es hat auch in unseren Reihen furchtbare Ernte gehalten. Tausende jüdischer Hoffnungen sind begraben, und voller Bänge und Angst schlägt unser Herz jedem kommenden Tage entgegen. Welch' furchtbare Nachricht birgt er in seinem finstern Schoße? Eine Reihe unserer Besten sind uns entrissen worden; dürfen wir da — so fragen wir noch einmal — einem Einzelnen unter ihnen besondere Tränen nachweinen, ohne uns am M