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Blätter · 1916-01-01 · 1 (1.1916) · p. Seite 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
2 (1916)
Issue
1 (1.1916)
Date
1916-01-01
Page
Seite 4 (sequence 6)
Language
German
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4 %* , Martin Feist f. A. Andenken der anderen Treuen zu versündigen? Die Antwort kann nicht zweifelhaft fein. In diesen Blättern darf und niufj die Wunde, die uns der Heldentod Martin Feift's geschlagen hat, am Tage, da sich sein Geschick zum ersten Male jährt, geöffnet werden, damit wir uns seines Hcldenlebens erinnern. Könnten die Teuren, die sein Schicksal teilen mußte», sie wären die ersten, ihre Tränen mit den unseren zu vermischen. Sie gelten ja nicht der» zukiinstigen Großkaufuiann; dem treuen Freunde, dem edle» Menschen und dem vorbildlichen Juden gilt unser Gedenken. Die geseßestreue jüdische Jugend Deutschlands hat in Martin Feist ihre stolzeste Hoffnung und Zuversicht zu Grabe getragen. Sein Dasein, sein Wirken, sein eiserner Wille — ein Ausfluß seines unbeugsamen Charakters — sie alle waren ihr Gewähr und Bürgschaft, daß letzte Zukunftshoffnungen einst der Erfüllung näher gebracht werden würden. Sin gütiges Geschick hatte ihm die äußeren Machtmittel in die Wiege gelegt, die notwendig sind, um dem Idealgebilde von Kopf und Herz, Leben und Lebensdauer einzuhauchen. Darum blickten mir alle auf ihn, wenn unser Denken sich mit des jüdischen Volkes Zukunftsfragen befaßte, wir, die wir wußten, daß das leuchtende Beispiel des unvergleichlichen Vaters f. Adie lebendigste, nie versiegende Kraft war, die im Innern unseres Freundes wirkte, die wir sein Gelöbnis ahnend verstanden, dem Vater gleich zu werden. Louis Feist hatte seinem Gotte und seinem Volke gelobt, ihnen ganz und ausschließlich zu dienen; es war ihm nicht vergönnt, diesen heiligen Entschluß, der ihn in die Reihe unserer großen Führer stellt, zur Ausführung zu bringen. Martin Feist war Geist vom Geiste des Vaters. Geht! zeichnet die wenigen Jahre, die er als Mann leben durfte, mit der Treue des Chronisten auf, und ihr werdet in Verehrung staunen ob der Fülle der großen und guten Taten, die dieses junge Menschenleben vollbringen durfte, leset die Briefe, die er den geliebten Geschwistern, den ungezählten Freunden geschrieben hat, und ihr werdet es am Beben eures Herzens verspüren, wen und was ihr verloren habt. Mit unerbittlicher Strenge, mit eiserner Energie arbeitete dieser junge Mensch unausgesetzt an seinem „Selbst"; er wußte, daß viele alte und junge Augen auf ihn gerichtet waren und er bereitete sich, die hoffnungsvolle Erwartung, die in diesen Augen spiegelte, zu erfüllen. Wenn Strauchwerk und Hindernisse sich dem geflügelten, vorwärtsstürmen,den Schritte der Jugend in den Weg stellten, dann hat uns sein lebendiges Beispiel immer wieder aufgerichtetz Mit der abgeklärten Ruhe des Weisen, mit der Sicherheit, die des Überlegenen Wahrzeichen ist, hat

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