Blätter
- Journal
- Blätter
- Volume
- 1 (1915)
- Issue
- 2 (5.1915)
- Date
- 1915-05-01
- Page
- Seite 2 (sequence 4)
- Language
- German
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2 Wolf S. Jacobson-Hamburg / Zum Schowuausfest. Völker, die nicht im Schutze ihrer Gräben und Wälle leben müssen, sondern leben und wirken wollen unter ihren Feigenbäumen und Weinstöcken. Dem Frieden dienen, den Frieden fördern, Aharonsschiiler in Handlung und Gesinnung sein oder werden, das fordert die Tora. Höchste Glückseligkeit und schönste Beglückung gewährt allein nur Friede, er allein ist „Gerät allumfassenden Segens", und darum gab G'tt uns seine Tora: „ihre Wege sind Wege der Lieblichkeit, alle ihre Pfade führen hin zu einem Ziel: „Frieden!" Und darum als G'tt Jisroel, die „G'tteskämpfer" segnete, segnete Er sie nicht mit dem siegenden Schwerte, nicht mit dem endlosen Landbesitze, nicht mit dem üppigen Volkswohlstand, Er segnete sie mit dem Frieden: „G'tt gibt Seine Macht Seinem Volke, G'tt segnet Sein Volk mit — So kündet G'ttes Gesetz den Frieden und so bringt G'ttes Segen den Frieden! Und heute da die „Engel des Friedens" die „Engel des Höchsten" ihr Haupt verhüllen, heute da der „Engel des Verderbens" überall sein Amen spricht, können wir da feiern solches Fest des Friedens? Wir können und sollen es, — und wir müssen es! Wir müssen es, denn wir wären verraten und verkauft, wenn wir auch nur eines Augenblickes Spanne zweifelten daran, daß diese Lebre g'ttlich und darum ewig ist, wenn wir nur eines Augenblickes Spanne vergäßen die durch Prophetenmund gekündete Wahrheit „Denn nicht Meine Gedanken sind eure Gedanken und nicht eure Wege sind die Meinen" und vermeinten, G'ttes Waltungen verstehen und erwägen zu können. Wir sollen es, denn wollten wir nicht feiern, so hieße dies zweifeln, und im jüdischen Herzen darf für den Zweifel und das Grübeln kein Raum sein. „Haltet fern eure Kinder vom Grübeln!" und „Gott fordert das ganze Herz!" Das sind die jüdischen Weisheiten, die nicht der einzelne sich ersonnen, sondern die die Erfahrung und Einsicht geprägt haben. Und wir können es auch feiern! Denn dieses Kämpfen da draußen steht in keinerlei Gegensatz zu dem Begriff Scholaum, wie die Tauro ihn kennzeichnet und wie Schowuaus ihn uns nahe bringt. Saget nicht, dieser Krieg ist ein Hohn auf die Kultur, saget nicht, er ist ein Spott auf alle Menschheitsentwicklung, nein, saget und wisset, dieser Krieg ist der Kampf um den Scholaum, der Krieg um des Friedens willen, daß nichts und niemand ihn mehr anzutasten wage. „Wir Kämpfen um den Frieden, den Frieden, den niemand mehr zu stören wagen W