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Blätter · 1915-03-01 · 1 (3.1915) · p. Seite 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
1 (1915)
Issue
1 (3.1915)
Date
1915-03-01
Page
Seite 7 (sequence 9)
Language
German
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Dr. Goldschmidt-Bad Homburg, z. Z. im Felde, Ein Feldpostbrief 7 gefunden habe, will ich heute nicht reden. Sollte das Judentum wirklich nicht die Kraft haben, trotz des unbestreitbaren materialistischen Grundzugs unserer Zeit auf junge, Wahrheit suchende Gemüter Anziehungskraft auszuüben, noch dazu im jetzigen Moment, wo sicher ein tief religöser Zug durch unsere Gesamtbevölkerung geht. Ich wüßte für die Iugendgruppe der Agudas Jisroel wahrlich kein dankbareres Betätigungsfeld, als etwas aufklärend und auf» rüttelnd unter unseren jungen deutschen Mitgliedern zu wirken. Ich schlug in dem oben angeführten Artikel des Israelit in erster Linie die mündliche Aufklärung vor. Denn wirkliches Judentum kann nur von Person zu Persou weiter gegeben werden, das kann man nicht aus Büchern kennen lernen, ebenso wenig wie man Begeisterung auf Flaschen ziehen kann. Aber wo das Original nicht zu haben ist, da ist häufig ein Surrogat noch besser als gar nichts. Darum beginnt mit dem Versand von Druckschriften und bis etwas besseres neu geschaffen ist, haltet Umschau unter unserer deutschjüdischen Literatur, sendet diese an jüdische Kameraden, die Feldadressen lassen sich leicht durch die Heimatgemeinden in Erfahrung bringen, oder durch das statistische Büro des Deutsch-Isrealitischen Gemeindebuudes. Ich persönlich schlage vor, die Aufklärungsarbeit möglichst auch nach dem Rezept der Haggodoh zu unternehmen und sie im wesentlichen historisch zu gestalten. Nichts ist für einen jungen Mann aneifernder als die Lektüre der Lebensbeschreibung unserer großen Männer. So enthält beispielsweise die jüdische Volksbücherei einige kleine Schriften „Jüdische Helden". Beginnen wir mit denen. Im Schützengraben ist stets Mangel an Lesestoff. Die eine Schrift wird sicher die Runde unter den jüdischen Kameraden einer Kompagnie machen, und es erübrigt sich zu viel Exemplare zu schickem Zögern Sie mit der Ausführung des Vorschlags nicht. Lassen Sie die in diesem Jahre besonders kostbaren Mazzaus nicht reuen.

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