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Blätter · 1918-10-01 · 10/11 (Oktober-November 1918) · p. Seite 25

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Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
10/11 (Oktober-November 1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 25 (sequence 25)
Language
German
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25 Es fragt sich nun, was man in Cöln und anderswo als wichtiger ansieht, das Verzichjen auf eine ganze Provinz und auf die z. Zt. bestehende zahlreichste und nicht am schlechtesten organisierte Gruppe, oder das Beharren auf dem einmal erkürten Namen. Und dann etwas zur allgemeinen Bedeutung der beiden Namen. Ist denn die Bezeichnung „Esra" für eine Schülerorganisation so sehr passend? Esra hasaufer hat eigentlich wenige oder nur lose Beziehungen zu einem solchen Werk. Der Name „I e s ch u r u «" dagegen bedeutet Israel in seiner fleckenlosen Reinheit und Gradhcit. Dies Ideal aber sollte grade bei der Jugend am ehesten zur Verwirklichung zu bringen sein. Welchen Klang hat ferner der Name „Esra" in der jüdischen Welt? Eine Ackerbaukolonie führt den Namen, eine Weinkompagnic, die in seligen Friedenszcitcn einen sehr schönen Palästinawein importierte, und wie wir hörten, eine Berliner zionistische Gruppe. . Was bedeutet der Name „Jeschurun" in der jüdischen Welt? Den Klang, den er für den Osten in der Jugendarbeit hat, haben wir geschildert. „I e schurun" hieß die Zeitung, die gewissermaßen das Banner des überlieferten Judentums in der literarischen Welt des vorigen Jahrhunderts emporhob und als solche unter der Leitung seines nicht ganz unbekannten Redakteurs fast historisch geworden ist. „Jeschurun" heißt heute die in Berlin erscheinende Monatsschrift, die mit bestem Erfolge die Traditionen des H i r s ch'scheu Jeschurun ausgenommen hat. Also überall sehen wir den Namen „Jeschurun" als Symbol der Arbeit im Sinne des überlieferten Judentums, im Sinne der Thorah, von der es ja selbst heißt: wajhi bijschurun melech. Wir möchten also nochmals die Frage aufwerfen, „Esra" oder „I e s ch u r u n"? Cöln, 6. Oktober. Es ist eigentlich keine Zeit, um Feste zu scieru. Die Welt stürzt zusammen, und alles hält den Atom an, um den Stürmen zu lauschen, die den Erdball durchtosen. Es ist keine Zeit, Feste zu feiern.... Es war ja aber auch kein Fest. Die 400 Esräer und Esräerinncu, die den großen Saal des Hotel du Nord mit ihren Eltern füllten, wollten nur einmal zusammen kommen, wollten ihrer Familie einmal zeigen, wie gemütlich man im „Esra" sein kann. Sic wollten beweisen, daß die Jugend doch noch ihren Optimismus behalten hat und — wenn auch gedämpft - doch fröhlich sein kann. Und weil dies Gefühl bei allen vor herrschend war, wurde unser 1. Unterhaltungsabend recht gemütlich. All die Deklamationen, Klaviervorträge, Lieder und heitere Darbietungen fanden aufmerksame und beifallsfreudige Zu Hörer. Müssen wir die Namen all derer nennen, die mitgewirkt? Nein denn alle waren sie gleichwertig, ein Jeder bemüht, sein Bestes zu geben, um dem „Esra" neue Freunde zu gewinnen. Nur

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