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Blätter · 1918-10-01 · 10/11 (Oktober-November 1918) · p. Seite 24

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Blätter
Volume
4 (1918)
Issue
10/11 (Oktober-November 1918)
Date
1918-10-01
Page
Seite 24 (sequence 24)
Language
German
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■=*- 24 waren, flössen dem „Jeschurun" die Mitglieder zu. Und rückwärts wirkend, strömte aufJiiese Weise durch die Kinder jüdischer Geist in die halb entfremdeten Häuser. Die Fügung, daß der Leiter und Vorsitzende dieser Gründung gleichzeitig eine führende Stellung in den Institutionen des Gemeinde-Religionsunterrichts einnahm, war zum Teil die Erklärung für das überaus glückliche Zusammenwirken von Schule und Haus. So kam es, daß der Name „I e s ch u r u n" bald allenthalben bekannt wurde. Gymnasium, Familie, Synagoge, allen wurde dieser Name gewissermaßen Programm, dem man gern Förderung angedeihen ließ. Anfängliche Widerstände, die in einer Gemeinde, die alle Richtungen von der radikalsten bis zur positiven in sich vereinigt, nicht selten sind, wurden beseitigt, Mißtrauen entkräftet, und so steht heute in B r e s l a u der „I e s ch u r u n" als eine Musterinstitution l'hagdil thauroh ul'haadiroh da, mit G. H. berufen, jüdischen Geist in die Herzen der Kinder - - und der Eltern zu tragen. Und jetzt will ein Cölner Komitee eine Organisation schaffen, die, wenn sie viel erreicht, das erreichen möge, was hier bereits besteht, und mutet der bereits vor Jahren ins Leben gerufenen Breslauer Vereinigung zu, im Anschluß an Cöln, seinen Namen zugunsten Cölns abzulegcn! Ein Gegenantrag wird unbeachtet gelassen, dringende Vorstellungen werden gleichgiltig behandelt, weil man von seinem vermeintlichen Rechte nichts aufgeben will. Für Breslau aber gibts keine Wahl. Mit dem Aufgeben des Namens „I e s ch u r u n" gibt man das Werk ans. Jahrelanger Arbeit hat's bedurft, um den Namen in Gemeinde, Schule, Familie zu popularisieren, um das in unserer Stadt so starke Mißtrauen gegen positiv jüdische Arbeit zu beseitigen und man begreift heute, daß der „I e s ch u r u n" unsere Kinder nur fördert und nicht ungünstig beeinflußt. Und nun soll dieser eingebürgerte Name zu Gunsten einer im Entstehen begriffenen Organisation aufgegeben werden, weil ein Komitee, - das es nebenbei vor der Gründung noch nicht einmal nötig gefunden hat, sich mit der Leitung des „I e s ch u r u n" in Verbindung zu setzen, sagen wir einmal, es so für gut erachtet. Wie gesagt, es wird für B r e s l a u keine Wahl geben. Besteht man in Cöln darauf, daß der Anschluß an die zu gründende Organisation von der Annahme eines einheitlichen Namens für alle Gruppen abhängig gemacht wird und daß dies unbedingt richtig und für eine straffe Leitung und einheitliche Entwicklung notwendig ist, zeigt der glänzende Erfolg der A g n d a s - I i s r o e l, — besteht man also auf ^nhcitlicher Namensgebung, und beharrt man auf „E s r a", so wird Breslau und mit ihm die von dort aus neu gegründeten oberschlesischen Gruppen ausscheidcn (auch in Wien besteht seit ca. 1% Jahren ein von einem ehemaligen Breslauer geleiteter, mächtig aufblühender „Jeschurun").

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